Die Polemik über die Gregorianische Kalenderreform.
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nischen Tafeln, als auch nach denen des J. Maginus 1 sei die
mittlere Conjunction am 17./7. April eingetreten, somit wäre
denn doch Ostern nach dem Vollmondtage gefeiert worden.
Ehe noch Clavius seine Apologia in die Welt versandte,
kam ihm jener zweite Angriff Maestlin’s zu, in welchem wohl
nichts Neues gebracht, aber der alte mit schärferem Nachdruck
wiederholt wird. Clavius widmete demselben einen Appendix,
2 worin er namentlich die Gesichtspunkte hervorhebt,
unter welchen von einem ,Kalendarium Gregorianum perpetuum'
die Rede sein könne. Ausdrücklich führt er auch an, dass
vier Fehler dem neuen Kalender anhaften: 1. Das Schwanken
des Aequinoctium’s; 2. dass die Epacten das Mondalter manchmal
etwas zu spät angeben und daher Ostern möglicherweise in die
vierte Woche des Ostermondmonats fällt; 3. dass Ostern statt
in den ersten, in den letzten des Vorjahres oder in den zweiten
des laufenden Jahres fallen kann (d. h. dass Ostern sowohl vor
dem Aequinoctiuin als 4 bis 5 Wochen nach demselben fallen
kann); 4. dass Ostern am Vollmondstage selbst eintreten kann.
Aber alle diese Fehler — wenn man überhaupt das ,Fehler''
nennen wolle, was nicht vermieden werden kann — sind nicht
zu umgehen in jedem Kalender, der auf Cyclen und gleichförmigen
und leichtfasslichen Regeln beruht. Wenn also Maestlin
auch fernerhin gegen den Gregorianischen Kalender ankämpfen
wolle, so zeichnet ihm Clavius folgenden Weg vor: er muss zu
beweisen suchen, dass im Gregorianischen Kalender ausser diesen
vier auch noch andere Fehler Vorkommen, und dass diese im
neuen öfter eintreten, als im alten julianischen. Leugnet er
aber, dass diese vier unvermeidlich sind, so muss er darnach
streben, einen Kalender zu construiren, der ebenfalls auf cyclischer
leicht fasslicher Rechnung beruht, ohne diese vier
Mängel zu haben.
An diesen Appendix schliesst sich dann ein dritter Theil
an, worin der neue Computus ecclesiasticus auseinandergesetzt
wird, worin aber Clavius nicht polemisch vorgeht.
1 J. E. Maginus gilb Epliemeriden für 1580—1630 heraus.
2 Appendix, qua A. Possevinus defenditur et summa totius Apologiae explicatur.