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Kaltenbru nn er.
vor gänzlichem Untergang zu erretten, um der verblendeten
Welt zu zeigen, dass das ganze päbstliche Kalendermachwerk
von Stümpern in der Astronomie gemacht, und jedes richtigen
Fundaments haar sei. Denn im neuen Kalender sind die canones
motuum coelestium nicht berücksichtigt und weder neue Tafeln
noch corrigirte Ephemcriden benützt worden. Denn auf den
astronomischen Tafeln, nicht auf dem Sonnencyclus und dem
Numerus aureus beruhe die Zeitrechnung. Der Kalender habe
kein Fundament, weil die Dauer des tropischen Jahres gar nicht
angegeben werde und weil man nicht berücksichtigt, dass die
Dauer der einzelnen Jahre selbst von einander abweiche; wie
könne man bei einem solchen Vorgehen dem Julianischen Kalender
vorwerfen, dass er das Jahr unrichtig ansetzt! Ferner ist
die Reform falsch, weil sie in der Wegwerfung der Tage so
weit gefehlt habe, denn wenn man einen Fehler corrigire, so
habe es nur Sinn, wenn man den ganzen corrigirt, also hätte
man auf die Zeit Caesar’s zurückgehen müssen, und wenn man
sagt, dass dieser Stunden und Minuten bei Seinem Jahresansatze
zu wenig berücksichtigt habe, so sei es sinnlos, jetzt bei der
Correctur doch wieder nur volle Tage zu nehmen. Obwohl nun
Müller noch zwanzig derartige Einwürfe in der Tasche hätte,
so will er doch für diesmal schweigen mit Rücksicht darauf,
dass die von ihm ausgedachte Reform so viel Mühe und Zeit
gekostet habe und er fürchtet, es möchte ihm, wenn er alle seine
Gesichtspunkte darlegen würde, ein Anderer seine Arbeit wegschnappen.
Wie diese Restitution ausgesehen hat, wissen wir
nicht, denn Müller hat seine hier ausgesprochene Absicht, dieselbe
in Druck zu legen, nicht ausgeführt. Wir hätten einen
neuen Monatsnamen erhalten, denn Müller hätte den September
zu Ehren des Churfürsten von Sachsen, von dem er angeblich
zu seinem Werke angeregt worden ist, , Elector' genannt. Sie
beruhte auf den richtigen astronomischen Tafeln und ihrem
wahren Calciil, und hätte auch ein so gewisses Judicium mit
sich geführt, dass sich viele darüber gewundert hätten. Müller
vertraut auch deshalb mit voller Zuversicht sein Werk der
Prüfung der Astronomen an, denn er ist überzeugt, dass kein
einziger etwas dagegen einzuwenden haben wird.
Weit gemässigter und von andern Beweggründen ausgehend,
urtheilt um dieselbe Zeit Jacobus Cuno zu Frank-