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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 87. Band, (Jahrgang 1877)

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Härtel.

demokratischer  Raserei  bezeichnen - '.  Am  Schlüsse  der  Rede
,ergehe  er  sich  wieder  in  den  stolzesten  Versprechungen  genau
so  prahlerisch,  wie  in  der  Einleitung/  Endlich  folge  die  Ungeheuerlichkeit, ­
  dass  Athen  die  meisten  Trieren,  Hopliten,  Reiter
und  Staatseinkünfte  besitze,  eine  Behauptung,  welche  gegenüber
dem  armseligen  Vorschlag  des  Demosthenes,  wie  der  Aufputz
im  Narrenspiele  aussehe,  —  wenn  nur  diese  Art  prahlerischer
Ueberhebung  nicht  einen  tiefen  Blick  in  die  gewissenlose  Leichtfertigkeit ­
  gewisser  athenischer  Demagogen  eröffnete'.
Ebenso  wenig,  wie  hier,  findet  Weidner  in  den  olynthischen
  Reden,  von  denen  er  die  erste  und  zweite  einer  genaueren
Prüfung  unterzieht,  ,grosse  politische  Weisheit  oder  auch  nur
praktische  Rathschläge'  (S.  255),  vielmehr  dieselbe  ,frivole
Schmeichelei  gegen  die  Volksmasse,'  dieselbe  totale  Verkennung
der  Lage,  in  welcher  es  ,eine  Thorheit  gewesen  wäre,  um
Olynths  willen  sich  mit  Philipp  zu  yerfeinden,'  sowie  ,ein
Frevel,  die  Existenz  des  Staates  an  die  Verfolgung  einer  so
unglücklichen  Politik  zu  setzen'  (S.  258);  das  habe  besser  Isokrates
  erkannt,  ,mochte  er  auch  nur  Professor  sein  und  Platon
dessen  politische  Weisheit  für  Wahnsinn  erklären  müsse,  wer
die  Politik  des  Demosthenes  billigen  wolle'  (259).  Was  er  von
der  besonders  ungünstigen  Lage  Philipps  sage  (I  §  21),  sei
,willkürliche  Ansicht  des  Redners,  ohne  reelle  Basis,  veranlasst
durch  die  unglaubliche  Geduld,  welche  Philipp  Olynth  gegenüber ­
  bewahrt  hätte'  (261).  Was  Demosthenes  beantrage,  wenn
er  überhaupt  einen  eigenen  Antrag  bringe,  sei  ungenügend
und  unüberlegt.  Neues  enthalte  auch  die  zweite  Rede  nicht,
,wenn  man  nicht  das  §  3  bis  4  aufgestellte  Programm  dafür
halten  wolle,  welches  mit  unverblümten  Worten  erkläre,  dass
es  staatsmänniscli  ist,  nicht  etwa  die  Macht  des  Gegners  zu
erwägen,  sondern  möglichst  viel  Schimpf  und  Schande  auf  das
Haupt  des  Feindes  zu  geifern'  (263).  ,Das  moralische  Pathos
des  §  6,  welches  fast  an  Aeschines  und  Stahl  erinnere,  sei  dem
Feinde  gegenüber  im  Kriege  ebenso  nutzlos  als  widerlich'.
,Trotz  der  auffallenden  Schwäche  seiner  Darlegung  versteige
er  sich  zu  der  kecken  Herausforderung:  r\  -apehOwv  v.q  egoi  oetcaTo>
  Mit  sophistischer  Kunst  stelle  der  Redner  die  Fragen
so,  dass  diese  bejaht  werden  könnten,  ohne  dass  deshalb  seine
Beweisführung  anerkannt  würde'  (264).  Ebenso  leichtfertig',
            
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