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Kaltenbrnnner.
Antrieb des Pabstes, und wenn auch die Obrigkeiten keine
schlimmen Hintergedanken haben, so hat sie doch der Pabst,
was von ihm und seinen Collegen klar bewiesen worden sei.
Also würde auch Luther in diesem Falle gegen die Annahme
des Kalenders sprechen. Leichter wird Heerbrand mit der
Augsburger Apologie fertig, zumal da ihm im Eifer die Logik
abhanden kommt. Dieselbe nennt die Feier der Feste ,ordinationes
politicaeh 1 Er führt nun aus, wie griechisch iroAutta
bedeute: ,gubernatio, regimen et quacumque administratione
accipiturh Diese Verwaltung aber sei eine doppelte, eine weltliche
und eine geistliche, und wenn daher von einer ordinatio
politica die Rede sei, so werde damit nicht gesagt, dass sie in
den Bereich der weltlichen Obrigkeit gehöre, sondern sie könne
ebenso gut kirchliche Angelegenheit sein. Jener Ausdruck besage
also nur, dass die Festfeicr keine Glaubenssache sei, aber
eine kirchliche Angelegenheit bleibe sie doch, und eine solche
könne von der Obrigkeit nur mit Herbeiziehung von Theologen
behandelt werden. Nun hätten sich aus allbekannten Gründen
die protestantischen Geistlichen gegen die Annahme des Kalenders
entschieden, und daher stehe es der weltlichen Obrigkeit
nicht zu, ihnen denselben aufzudrängen. Heerbrand behauptet
also, dass die an sich für den Glauben gleichgültige Frage durch
die aus ihr erwachsenden Gefahren und die sie begleitenden
Nebenumstände aus dem Bereiche des Adiaphoron heraustrete.
Dazu kommt folgende Erwägung: Wenn auch der Kalender
an sich Adiaphoron ist, so gehört zum Wesen desselben gegenseitige
Ucbereinkunft, respective Nachgiebigkeit des Stärkeren
gegenüber dem Schwächeren in einer den Glauben nicht berührenden
Sache. Hier aber ist von keiner Uebereinkunft die
Rede, denn der Pabst verständigte von Anfang an nur die
katholischen Fürsten und Universitäten, und er befiehlt unter
Androhung des Bannes und des Zornes der Apostelfürsten,
und so tritt von Seite der Katholischen Zwang an die Stelle
des Zugeständnisses, was überdies auch das ,Mandamus' und
der Satz: ,Nulli ergo omnino hominum' des Bulle deutlich
beweist. Nehmen also die Protestanten den Kalender an, so
machen sie sich zu Knechten des Pabstes und zu Dienern seiner
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