Die Polemik über die Gregorianische Kalen der re form.
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Nicaenischen Concils herzustellen, denn Christus gelte doch mehr
als dasselbe. Hier zeige sich so recht die Wahrheit der früheren
Behauptung, dass es dem Pabste nur um das Brevier und Missal
und um seine Herrschaft, nicht aber um die allgemeine Wohlfahrt
zu thun sei. Müssen nun wirklich Tage ausgelassen werden,
so möge, man doch bis 1600 warten, denn bis dahin könne
Nutzen und Bedeutung der Reform der heran wachsenden Generation
' deutlich gemacht werden, während die alten Leute, die
sich schwer in neue Verhältnisse fügen können, grösstentheils
abgestorben sein werden; auch könnten die Astronomen bis
dahin der Aenderung in ihren Tafeln Rechnung tragen, zumal
da mit 1600 die meisten Ephemeriden ablaufen. In Bezug auf
den Epactencyclus muss Maestlin eingestehen, dass sein Autor
,viele subtile Kunst' angewendet habe. Ob dies aber nützlich
und nothwendig sei, möge man daraus entnehmen, dass diese
Subtilitäten meist ihren Nutzen viele hundert Jahre nach dem
jüngsten Tage haben werden. Maestlin fragt, ob also Gott, die
Engel und wir in der ewigen Herrlichkeit auch diesen Kalender
werden gebrauchen müssen? Ueberhaupt fällt es ihm auf,
dass in den Schriftstücken des Pabstes niemals vom jüngsten
Tage die Rede ist, und er meint daraus und aus dem Ausdruck
,Kalendarium perpetuum' den Schluss ziehen zu dürfen, dass
der Pabst und seine Anhänger überhaupt an den jüngsten Tag
nicht glauben. Aber abgesehen von allem dem fragt es sich,
ob denn diese subtilen Rechnungen mit dem astronomischen
Calcül stimmen, oder ob trotz derselben Fehler unterlaufen
können. Da macht sich nun der zweite principielle Gegensatz
bemerkbar: denn sobald Maestlin diese Frage beantworten will,
muss er der astronomischen Zeitrechnung das Wort gegenüber
der cyclischen reden. Indem es Maestlin gelingt, an bestimmten
Fällen eine Differenz zwischen beiden Rechnungen nachzuweisen,
fragt er, was es denn für einen Sinn hat, astronomische Subtilitäten
in den Kalender hineinzubringen, wenn man auf der
anderen Seite doch eingestehen muss, dass dieselben nur manchmal,
aber nicht immer richtig sind. Auch findet es Maestlin
merkwürdig, dass man nicht die zu Grunde gelegten Tafeln
namentlich angeführt habe; auf jeden Fall müsse mit der Annahme
des Kalenders gewartet werden, bis darüber von Rom
Aufklärung gegeben worden sei; denn wenn die bisher auf-