Die Polemik über die Gregorianische Kalenderreform.
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Reform ein, aber in äusserst schwerfälliger, umständlicher Weise,
so dass es uns nicht Wunder nehmen kann, wenn derlei Arbeiten
von der Commission nicht berücksichtigt wurden.
Nachdem die Commission in Rom mit der principiellen
Annahme des Lilio’schen Werkes und der Abfassung und
Verschickung des Compendium’s den ersten Abschnitt ihrer
Thätigkeit vollendet hatte, arbeitete sie rüstig weiter, um die
Durchführung des Reformwerkes zu ermöglichen. Ob die vielen
eingesandten Werke und Gutachten Beachtung fanden, ist sehr
zweifelhaft, denn Clavius nimmt in seinen Werken auf keines
derselben auch nur mit einem Worte Bezug. Dagegen wurde
neben der Fassung von definitiven Beschlüssen in jenen Fragen,
welche Lilio noch offen gelassen hatte, auch der Epactencyclus
einer durchgreifenden Revision unterzogen und in einigen
Punkten abgeändert. Am 24. Februar endlich des Jahres 1581/2
erliess Pabst Gregor XIII. die Bulle ,Inter Gravissimas' in
feierlicher Form, und nun wurden von Seite der Curie die
grössten Anstrengungen gemacht, die Annahme der Reform
möglichst zu beschleunigen, was denn auch in den rein katholischen
Reichen und in Frankreich sehr gut gelang. Neben der
Bulle wurden die ,Canones in Kalendarium Gregorianum perpetuum'
verschickt, die uns nun etwas zu beschäftigen haben
werden, deshalb weil sie die Grundlage des jetzigen Kalenders
bilden, und weil sie doch noch nicht so gewürdigt sind, als es
geschehen sollte. 1 Diese Canones nun sind sehr kurz gefasst;
eine Begründung der Reform enthalten sie fast gar nicht; in
dieser Beziehung wird mehrmals verwiesen auf den demnächst
erscheinenden ,liber novae rationis restituendi Kalendarii', der
aber niemals ausgegeben wurde. Erst 1603 veröffentlichte
Clavius an dessen Stelle die ,Explicatio Romani Kalendarii a
Gregorio XIII. restituti'.
1 So bringt selbst Ideler den Immerwährenden Gregorianischen Kalender
ungenau, indem er die gleich unten anzuführenden Details übersieht.
In neuerer Zeit (1869) ist der Gregorianische Kalender durch Fr. Attensberger
weitläufig auseinandergesetzt worden; doch ohne grosses Glück,
denn der Verfasser mischt Uebersetzung der Explicatio des Clavius und
seine eigene Darstellung so wirr durcheinander, dass man aus dem
206 Seiten zählenden Buche wenig Belehrung schöpfen kann.