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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 87. Band, (Jahrgang 1877)

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Hartei.

es  damals  in  Athen  fernsichtigere  Politiker  gab,  die  mitten
im  Strome  der  Bewegung  den  Irrthum  des  Demosthenes,  der
uns,  die  wir  das  Ende  der  Entwicklung  übersehen,  klar  vorliegt, ­
  durchschaut  und  in  dieser  Erkenntniss  es  widerrathen,
gegen  die  schlagfertige,  von  einem  Herrn  wie  Philipp  geleitete
makedonische  Macht  das  innerlich  morsche  und  zerklüftete
Athen  in  Kampf  zu  bringen?  Von  solchen  Irrthümern  lebt  die
Weltgeschichte.  Wie  gross  der  demosthenische  war,  lässt  sich
bei  unserer  Unkenntniss  der  realen  Machtverhältnisse  kaum
mehr  bestimmen,  und  darum  ist  auf  diesem  Wege  zu  einer
billigen  Beurtheilung  des  Redners  nicht  zu  gelangen.
Demosthenes  bezeichnet  an  einer  klassischen  Stelle  seiner
Rede  vom  Kranz  (§  246  S.  308,  26),  worin  die  Verantwortlichkeit
eines  Staatsmannes  liege.  ,Er  muss'  sagt  er  ,die  Dinge  in
ihrem  Anfänge  wahrnehmen,  ihre  Bedeutung  voraus  erkennen
und  sie  den  Andern  im  voraus  ansagen,  ferner  so  viel,  wie
möglich,  die  von  der  Leitung  einer  freien  Stadt  unzertrennlichen ­
  Mängel,  die  langsamen  Bewegungen,  die  Bedenklichkeiten, ­
  die  Unkenntniss  und  die  Eifersüchteleien  mindern  und
im  Gegentheile  den  Bürgern  Eintracht,  wohlwollende  Gesinnungen ­
  und  Eifer  für  die  Erfüllung  ihrer  Pflichten  einflössen'.
Es  kann  uns  genügen,  was  hier  von  dem  Politiker  gefordert
wird,  um  innerhalb  dieses  erkenn-  und  abschätzbaren  Kreises
von  Pflichten  die  Prüfung  vorzunehmen.
Grote  findet,  dass  gleich  die  erste  philippische  Rede
Demosthenes  das  Recht  gibt,  das  Verdienst  in  Anspruch  zu
nehmen,  die  Dinge  in  ihren  ersten  Anfängen  wahrgenommen
und  seine  Mitbürger  gewarnt  zu  haben.  ,Wir  sehen  hier'  sagt
derselbe  (a.  a.  0.  S.  252)  ,wie  Demosthenes,  ein  Mann  von  innerst ­
  30  Jahren,  ein  Jüngling  erst  im  politischen  Leben,  13  Jahre
vor  der  Schlacht  von  Cliaeroneia,  die  politischen  Beziehungen
zwischen  Athen  und  Philipp  genau  abwägt,  wie  er  diese  Beziehungen ­
  während  der  Vergangenheit  prüft,  wie  er  aufzeigt,
wie  sie  sich  von  Jahr  zu  Jahr  ungünstiger  gestaltet  haben  und
wie  er  die  Gefahren  und  Ereignisse  der  Zukunft  vorhersagt,
wenn  nicht  bessere  Vorkehrungen  getroffen  würden,  wie  er
nicht  nur  die  bisherige  schlechte  Verwaltung  der  Staatsmänner,
sondern  auch  jene  tadelnswerthen  Gesinnungen  des  Volkes  selbst,
in  denen  diese  Verwaltung  wurzelte,  muthig  und  offen  zur  Schau
            
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