Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 87. Band, (Jahrgang 1877)

42

Hartei.

Beschlusses  ankam.  Die  Hauptschwierigkeit  der  Geldbeschaffung
berührte  er  nicht  ernstlich;  nur  für  die  Modalität  der  Kriegsführung ­
  stellte  er  einen  vorläufigen  Antrag.  Mahnten  vielleicht
die  bedrängten  Olynthier  und  wollte  er  sie  zunächst  mit  diesem
Beschlüsse  beschwichtigen?  Wollte  er  das  Volk  durch  einen
Beschluss  nur  neuerdings  verpflichten,  auf  dass  diese  beste
Gelegenheit,  den  langen  Krieg  gegen  Philipp  zum  endlichen
erfolgreichen  Abschlüsse  zu  führen,  nicht  bei  längerem  Säumen
ungenützt  vorüberstreiche?  Ich  vermuthe  das  letztere.  Auf
diesen  Beschluss  gestützt,  urgirte  er  drängender  in  der  Zweiten
und  dritten  Rede  Ausrüstung  und  Abmarsch,  aber  bei  der
Uneinbringlichkeit  oder  Geringfügigkeit  der  ausgeschriebenen
Vermögenssteuern  fruchtlos.  1  Erst  als  eine  neue  Gesandtschaft
Olynths  die  Athener  von  der  Unzulänglichkeit  der  Söldnercorps
und  dem  Ernst  der  Lage  überzeugte  und  ausdrücklich  ein
Bürgerheer  verlangte,  da  geschah  das  oft  Geforderte,  und  zwar
in  einer  Form,  die  bereits  Demosthenes  in  der  ersten  philippischen
  Rede  empfohlen,  indem  die  in  Olynth  vorhandenen
Söldnertruppen  durch  ein  Bürgerheer,  und  zwar  2000  Ilopliten
und  300  Reiter  verstärkt  wurden  und  Chares  das  Commando
über  die  vereinigten  Truppen  übernahm  als  cxpa-y^bc  tou  cröboo
Tiavxoq.

III.
Die  genaue  Betrachtung  der  ersten  philippischen  und  der
drei  olynthischen  Reden,  die  ich  hier  und  in  der  Abhandlung
,Demosthenische  Anträge'  durchgeführt,  hatte  den  Zweck,  das
Verständniss  derselben  dadurch  zu  fördern,  dass  durch  die  Feststellung ­
  und  Unterscheidung  dessen,  was  Demosthenes  förmlich
beantragte,  von  dem,  was  er  bloss  rietli  und  wozu  er  ermahnte,
durch  die  Erwägung  der  praktischen  Aufgaben  des  Augenblicks
1  Die  Situation,  aus  welcher  die  drei  olynthischen  Reden  hervorgingen,  ist
demnach  fast  unverändert  geblieben.  Daher  erklärt  es  sieh,  dass  der
mit  dem  Aufwand  grossen  Scharfsinns  und  wiederholt  gemachte  Versuch,
aus  den  Reden  selbst  ihre  Abfolge  zu  bestimmen,  nur  dürftige  Resultate
erzielte,  welche  nicht  stark  genug  waren,  gegnerische  Meinungen  vollständig ­
  zum  Schweigen  zu  bringen.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.