Ueber die Endsilben der altnordischen Sprache.
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Neben e im ahd., alts., altfr. überall auch a. Ob darauf
etwas zu geben ist, dass altfr. nur hier, nicht aber wo altes
di entspricht, a als Nebenform angeführt wird, untersuche
ich nicht.
Wichtiger ist das gotische. In die gewonnene Proportion
ai : di = e : u wäre für e und u jedenfalls ai und a einzusetzen.
Es kann nicht zweifelhaft sein in welcher Ordnung.
di: thamma (D. Sg. Masc. Neut.), blindamma (D. Sg. Masc. Neut.),
gibai (D. Sg.), thizai (D. Sg. Fern.), blindai (D. Sg. Fern.),
ai: daga, landa (D.Sg.), blindai (N. PL Masc.), farai (3. Sg.
Opt.), haitada (3. Sg. Pass.).
Da im gotischen a aus altem ä des Auslauts entsteht,
wie u in den andern germanischen Sprachen, ja die Länge
des Yocals als e noch erhalten ist im ainummehun, hvammeh,
hvarjammeh, so muss a in unseren Fällen als Vertreter des
alten di aufgefasst werden, ai demnach die gotische Form für
altarisches ai bezeichnen. Dazu stimmt gut thamma, blindamma,
ebenso blindai (N. PI. Masc.), farai (3. Sg. Opt.). Nur gab es
Uebertragungen. Thamma, blindamma zog daga, landa nach
sich, —• im gotischen ist ja der D. Sg. Neut. nicht wie im
nordischen von dem D. Sg. Masc. verschieden; — während in
gibai (D. Sg.)., blindai, thizai (D. Sg. Fern.) die Länge des di
vernachlässigt wurde. — Haitada (3. Sg. Pass.) verdankt sein a
statt ai wohl der 3. Sg. Perf. lud. der schwachen Verba.
Der Lautwerth dieser ai kann nur kurzes' e gewesen sein,
da der Diphthong, welchen die gotische Formel ai bezeichnen
kann, durch das Auslautgesetz ausgeschlossen ist. Es ist, da
doppelte Verkürzung des di feststeht, nach dem Zeugnisse der
übrigen Dialekte und bei der durchgehenden Empfindlichkeit
der germanischen Sprachen für i letzter Silbe unglaublich, dass
ai auf dem arischen Standpunkt verblieben, di zu a geworden
sei. Gegen Braune in seinen und Paul’s Beiträgen 2, 163.
Scherer GDS. S. 118 f. nimmt als gotische Entsprechung
eines arischen kurzen ai Wechsel von a und ai (e) an, der aber
nicht wie ahd., alts. in einer Wortform sich zeige, sondern für
D. Sg. Masc. Neut. der a-Stämme und für das Passivum wurde
a gewählt, für N. PI. Masc. der pronominalen Declination, für
Sitzungsber. d. phil.-liist. Gl. LXXXYII. Bd. I. Hft. 28