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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 87. Band, (Jahrgang 1877)

tJeber  die  Endsilben  der  altnordischen  Sprache.

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wäre.  Man  könnte  an  ihäi-äs  denken,  an  eine  Uebertragung
der  fern.  Nominalendung  schon  vor  den  Auslautgesetzen,  —
ihäi  wäre  ja  sonst  in  I  the  oder  thu  geworden,  —  auf  den  wie
im  lat.  und  griech.  mit  i  gebildeten  N.  PI.  Aber  es  ist  unwahrscheinlich, ­
  dass  alias  anders  behandelt  worden  sein  sollte,  als
-aiam,  aiäm.  Vielleicht  wurde  erst  in  II,  nachdem  man  an  the
(N.  PL  Masc.)  I.  II  -ir,  an  tho  (N.  PI.  Neut.)  I,  thä  II  -u  angehängt
hatte,  s.  S.  426  f.  und  so  diese  Endungen  ganz  adjectivisch  geworden
waren,  das  noch  übrig  gebliebene  thör  I,  thär  II  (N.  PI.  Fern.)
als  eine  Unregelmässigkeit  empfunden.  Nach  dem  Wurzelvocal
sollte  die  Adjectivendung  folgen,  thoor  war  nicht  deutlich  genug,
man  wählte  die  Endung  der  ja-Stämme,  in  III  fraegjar,  also  in
II  thäjär.  Die  Schreibung  mit  i  statt  j  wie  iah  für  jah  in  der  Inschrift ­
  von  Varnum.  —  In  II  aber  muss  ^'Umlaut  wirken.  ThaiaR
steht  also  für  thaejar,  In  III  fällt  j  aus  und  thaear  wird  thaer,
wie  dar,  dr.  Ebenso  wäre  natürlich  tvaer  zu  beurtheilen.
Da  thaiar  sicher  in  der  Bedeutung  has  überliefert  ist
und  das  altn.  thaer  sich  daraus  begreift,  so  scheint  es  mir
unnöthig  hier  mit  Bugge  Tidskrift  f.  phil.  7,  320,  an  den
i-Umlaut  des  r  zu  denken,  von  dem  Blomberg  Bidrag  tili
omljudsläran  S.  17  allerdings  einige  beachtenswerthe  Beispiele
gibt:  herr  (nudus),  her  (vas),  usw.,  ohne  j  vor  a,  u  trotz  der
kurzen  Wurzel.  —  Wenn  daneben  auf  der  Einanger  Inschrift
thaR  vorkommt,  so  ist  das  vielleicht  die  dem  got.  thos  entsprechende ­
  Nebenform.  Aber  man  sollte  thör  erwarten,  es
müsste  denn  die  Inschrift  an  das  Ende  der  ersten  Periode
fallen.  Oder  ist  es  das  Adv.  tharf  s.  Scherer  GDS.  465.  —
Auch  im  Anfang  der  verzweifelten  Rökinschrift,  die  schon
nach  III  gehört,  liest  Bugge  Tidskrift  f.  phil.  9,  112  wohl
richtig:  aft  Uaniuth  stAnta  runaR  thaR,  was  dieselben  Deutungen ­
  zulässt.
Dem  alten  cd  entspricht  demnach  im  nordischen  e,  später
i,  dem  alten  di,  u  und  ebenfalls  e,  später  i.  Es  kann  nicht
zweifelhaft  sein,  dass  u  die  eigentliche  Vertretung  des  alten  di
ist,  e,  i  beruht  auf  einer  Vernachlässigung  des  Quantitätsunterschiedes. ­
  Dass  u  von  di  stammt,  ist  nach  dem,  was  wir  über  d
wissen,  begreiflich,  u  von  cd  wäre  aller  Erfahrung  widersprechend. ­

            
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