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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 87. Band, (Jahrgang 1877)

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Hartei.

In  den  behandelten  Fragen  ist,  wie  wir  sahen,  vor  Allem
ein  Punkt,  und  zwar  von  allen  Gelehrten  bis  auf  Boehnecke
und  Grote,  als  unumstösslich  festgehalten  worden,  nämlich  das
Zeugniss  des  Philochoros,  welches  den  Beginn  dos  olynthischen
Krieges  vor  Ol.  107,  4  nothwendig  ausschliesst,  und  daraus
ergaben  sich  alle  die  Widersprüche  und  Inconvenienzen  mit
andern  nicht  minder  wohlbezeugten  Thatsachen.  Wir  glauben,
die  Autorität  des  Philochoros  in  diesem  einen  Punkte  durch
die  bisherigen  Untersuchungen  entkräftet  zu  haben.  Es  lässt
sich  aber  die  Zuverlässigkeit  seiner  chronologischen  Bestimmung ­
  selbst  durch  eine  Stelle  der  dritten  olynthischen  Rede
(§  4),  wenn  dieselbe  richtig  erledigt  wird,  in  Zweifel  ziehen.
Hier  rechnet  nämlich  der  Redner  von  dem  Augenblick,  da  er
spricht,  bis  zur  Belagerung  von  Heraion  Teichos  im  Maimakterion
  des  Jahres  352  zurück  und  bezeichnet  die  Zeitdistanz ­
  durch  "pitov  •))  Teiapiov  hoc  tou-1  (pip.r^uOe,  w  «v.8ps?
’AOvjvaloi,  ot’  cbtYJYYeXÖY]  ddXrcxoc  üpuv  ev  Opoba)  xpixov  v)  xexapxov
hoq  xouxl  'HpaTov  xsi/oc;  TcoXiop'/.wv.  töte  toIvuv  p.r,v  p,ev  7)v  [j.aqj.ay.TYp
p'.wv).  Die  Worte  sind  in  sehr  abweichender  Weise  interpretirt
worden.  Rehdantz  bemerkt  zu  der  Stelle:  ,  Jetzt  vor  drei  bis
vier  Jahren  (Poppo  zu  Thuk.  1.  82.  2,  so  kann,  was  im  Maimakterion,
  d.  i.  November  1870  geschehen  ist,  im  Januar  1874
als  vor  drei  oder  vier  Jahren  geschehen  bezeichnet  werden)'.
Ein  solcher  Ausdruck  scheint  nicht  unzulässig,  wo  es  dem
Sprechenden  darauf  ankommt,  annäherungsweise  genau  zu  sein
und  wo  er  durch  das  kurze  ,drei  bis  vier'  der  genaueren  Datirung
  ,drei  Jahre  und  so  viel  Monate'  überhoben  sein  will.
Das  ist  aber  hier  nicht  anzunehmen,  und  eine  beiläufige  Bezeichnung ­
  des  Jahres  bei  genauer  Angabe  des  Monats  um  so
unangemessener,  als  sich  der  Redner  einer  Menge  Details  aus
jenen  Monaten  klar  zu  entsinnen  weiss.  Diesen  in  der  unbestimmten ­
  oder  unsichern  Jahresangabe  liegenden  Anstoss  fühlte
richtig  Westermann  und  stellte  in  seiner  Anmerkung  folgende
Erklärung  auf,  welche  Weil  als  die  einzig  richtige  acceptirte:
,Der  Redner  scheint  die  Wahl  zwischen  drei  und  vier  Jahren
deshalb  zu  lassen,  weil  man  verschieden  rechnen  kann:  Von

die  Rechnung  gemacht,  mag  zweifelhaft  sein:  denn  für  die  Zahl  der
verlorenen  Schiffe  nennt  er  seine  Quelle:  xoti  -auia  üpäv  ev  Tot;  ctyojc’
(kt  Tot;  XaprjTo;  o!  v.aTqyopoi  oerz.vuoucuv.
            
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