Uober die Endsilben der altnordischen Sprache.
427
Tidskrift f. phil. 6, 47, und die ganze Endung ir ist dann dem
N. PI. Masc. des Pronomens sä angefügt worden, the-ir. Ebenso
im Neutrum. Thau ist thu, das in I thö gewesen wäre, wie im
gotischen, mehr u, der Endung des N. A. PI. Subst. Adj. Neut.
Wie der Plural vor sä ist auch tveir, tvaer, tvau gebildet.
Die 3. PI. Prs. Opt., in III fari, ist im nordischen regelmässiger
als im ahd. faren, das sein langes e wohl nur den
übrigen Personen des Plural verdankt. Keinesfalls setzt fari
die gotische Endung -aina voraus: die hätte in III nur farin
zum Resultat haben können, vgl. got. blindana (A. Sg. Masc.),
altn. blindan.
Die 3. Sg. Prs. Opt., in III fari, wird wie im got. farai
(fare) und ahd. fare die regelmässige Verkürzung erlitten haben.
Aber auch wenn auf ai noch a, ans, as folgt, finden wir
in III i ohne Umlaut der Wurzel. Das kann entweder auf
Abfall der zweiten a in der Formel aia durch Wirkung des
vocalischen Auslautgesetzes beruhen, worauf das zurückbleibende
ai in I ebenso behandelt wurde wie ai ursprünglich vor der
letzten Silbe, farim (1. PI. Prs. Opt.) III, von farem I, s. unten,
•— oder i fiel zwischen beiden a aus und « machte denselben
Weg wie in liani facCir III, aus hana fadar I, liane fader II.
Dass für die Tabelle die erstere Möglichkeit gewählt wurde, ist
ziemlich willkürlich. E statt a in I für altes aia hat nur den
Vortheil, dass die in I bezeugte Form des N. PI. Masc. der
Adj., singostelt, aus -ai sich leichter erklärt, wenn daneben
masc. Substantiva mit gesetzmässigem -er erschienen. Obwohl
allerdings tungur N. A. PI. sein r ohne Analogie einer Declination
erhält, welche gesetzmässig -ur im N. A. PI. hervorbrachte.
Jedenfalls dürfen bar dir, sottir (N. A. PI.) nicht wegen der übrigen
germanischen Sprachen von ijas abgeleitet werden. Schon
der Hinblick auf vaJci (1. Sg. Prs. Ind. der at-Classe) verbietet
dies. VaJci kann nur von aia stammen und hat in III i ohne
Umlaut. Die mögliche Urform von hur dir auf aias wird dadurch
beinahe zur Nothwendigkeit. Färbung des G-unadiphthongs in
der nord. «-Declination ist seltene Ausnahme; s. oben S. 399.
Leskien Die Declination S. 79 — er hält belehr für einen
i-Stamm, s. oben S. 398 —• erklärt den Mangel des Umlauts bei
burdr als eine Rückkehr zum reinen Laut. Im nordischen
ganz unglaublich, s. oben S. 413.