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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 87. Band, (Jahrgang 1877)

Ueber  die  Endsilben  der  altnordischen  Sprache.

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Nun  findet  sich  aber  im  altschwedischen  ia  auch  für  iö,
Rydkvist  4,  126  thiana,  tliianosta,  fiartM.
Dänisch  scheint  ia  für  io  zwar  nicht  bezeugt,  Petersen
Det  danske  usw.  Sprogs  historie  1,  100.  146.  221,  Wimmer
Navneordenes  böjning  S.  7.  Aber  es  war  doch  wahrscheinlich
vorhanden.  Denn  nach  den  bei  Grimm  Gramm.  I 3  509  f.  521  f.
gesammelten  Beispielen  entspricht  im  neuschwedischen  wie  im
neudänischen  je  nur  altn.  ia,  nicht  altn.  iö,  für  welches  jä,  jo,
jö  gilt,  wohl  aber  auch  einigen  altn.  iö,  scliwed.  tjena,  tjenst,
fjerde,  dän.  tjene,  tjeneste,  fjerde.  Allerdings  neudän.  fjäder  als
wie  vom  altn.  fiöturr,  nicht  vom  alt  dän.  fiatur;  doch  wirdneudän.
auch  fjeder  wie  neuschwed.  fjetter  neben  fjätter  geschrieben.
Man  könnte  darnach  vermuthen,  dass  die  Grenze  zwischen
den  Gebieten  von  ia  und  iö  im  schwedischen  und  dänischen
ursprünglich  keine  andern  gewesen  seien,  als  im  altnordischen,
dass  aber  später  im  schwedisch-dänischen  ein  Tlieil  der  alten
iö  zu  ia  wurde  und  dabei  einige  iö  (io)  in  dieselbe  Bewegung
zog.  Aber  ganz  befestigt  haben  sich  diese  ia  für  iö  (io)  nie,
die  alten  Formen  werden  daneben  auch  gegolten  haben,  so
dass  dem  altschw.  iatun,  giarth,  iarih  jetzt  jätte,  gjord,  jord
gegenübersteht,  dem  altdän.  fiatur,  fjäder.
Die  Sache  bedarf  genauerer  Untersuchung.
J.  Schmidt’s  Ansicht  aber  unterliegt  anderen  Bedenken.
Nach  ihm  ist  ia  immer  a-Umlaut  eines  iö  (io),  welches  aus  e,  i
durch  folgendes  u,  v,  w-farbiges  h,  und  w-farbige  l-  und  r-Verbindungen
  entstanden  sei.  Die  Consequenz  dieser  Auffassung
ist  eine  vollkommene  Scheidung  der  Fälle,  wo  Brechung  durch
folgendes  u  veranlasst  wird  von  jenen  wo  r-  und  /-Verbindungen
vorliegen.  Denn  die  Grundformen,  welche  J.  Schmidt  für  beide
Processe  voraussetzt,  sind  durch  Jahrhunderte  von  einander
getrennt.  Das  nord.  Wort  iarl  (N.  Sg.)  kann  nach  seiner  Theorie
nur  erklärt  werden,  wenn  man  iarlar  voraussetzt,  S.  398.  Ueber
die  a  vor  dem  Nom.  r  s.  oben  S.  369  ff.  Und  ganz  entschieden
in  die  Urzeit  führt  die  2.  Sg.  Imp.  hialp,  giald,  giall,  biarg,
skialf,  deren  ia  aus  noch  älteren  eo,  io  nur  durch  die  alte
Endung  a  zu  erklären  ist.  Analogie  des  Ind.  fällt  weg:  der
heisst  helpr,  geldr,  gellr,  bergr,  skelfr.
Auch  die  2.  PI.  Prs.  Ind.  hialput  kann  nur  vor  der  got.
nord.  Färbung  des  Themavocals  entstanden  sein,  —  die  3.  Sg.
            
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