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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 87. Band, (Jahrgang 1877)

Demostlienisclie  Studien.

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an  Popularität  hatte  er  zu  jener  Zeit  vermuthlich  wenig  einzubüssen.
  Aber  er  konnte  in  Erinnerung  an  das  frische  Schicksal
des  apollodorischen  Antrages  nicht  hoffen,  auf  dem  chikanenreichen
  Wege  der  Gesetzgebung  durchzudringen  oder  rechtzeitig
etwas  zu  erreichen.  Wie  es  sich  aber  auch  damit  verhalte,  die
beiden  Reden  fordern  unabweislich,  dass  Apollodors  Antrag
sammt  dem  euboeischen  Krieg,  in  welchen  er  fällt,  vor  dieselben
gesetzt  werde.
Zu  derselben  Folgerung  sehen  wir  uns  durch  eine  andere
Stelle  der  dritten  olynthischen  Rede  geführt.  Demosthenes
berechnet  dort  (§  28)  die  bis  dahin  erwachsenen  Kosten  des
Krieges  mit  Philipp  auf  1500  Talente;  es  mag  zugegeben  werden,
dass  diese  Berechnung  nur  eine  summarische  sei,  auch  das,
dass  Demosthenes,  um  die  Summe  abzurunden,  die  wirkliche
Auslage  um  etwas  erhöht,  wodurch  auch  begreiflich  würde,
dass  Aeschines,  der  um  einige  Jahre  später  dieselbe  Berechnung ­
  der  Ausgaben  von  der  Zeit  der  Einnahme  von  Amphipolis
  im  Jahre  358/7  bis  zum  Frieden  von  346  anstellt,  zu
derselben  Ziffer  gelangt  (Aesch.  2,  71);  denn  nach  unserer
Annahme  liegt  als  wichtigster  Ausgabeposten  zwischen  beiden
Additionen  das  Erforderniss  für  die  dritte  Expedition  nach
Chalkidike,  welches  kaum  erheblich  ins  Gewicht  fallen  konnte,
wenn  die  Armee  auf  die  Nachricht  von  Olynths  Einnahme  sofort
zurückkehrte.  Von  kriegerischen  Expeditionen,  die  nach  diesem
Zeitpunkte  stattgefunden,  erfahren  wir  nichts.  Wie  aber  soll
nach  der  Groteschen  Annahme  das  Resultat  beider  Kostenberechnungen ­
  noch  stimmen,  wenn  nach  der  dritten  olynthischen  Rede
d.  i.  nach  dem  demosthenisclien  Rechnungsabschluss  noch  die
Kosten  für  die  drei  philochorischen  Expeditionen  nach  Olynth
und  den  kostspieligen  Krieg  auf  Euboea  bestritten  wurden?
Die  Ausgaben  für  diese  Unternehmungen,  deren  zerrüttenden
Einfluss  auf  Athens  Finanzen  er  anerkennt,  müssten  gleich  Null
sein,  wenn  die  Ziffer  des  Aeschines  als  richtig  erachtet  wird.
Grote  bleibt  demnach  nichts  übrig,  als  auf  diese  Berechnungen
kein  grosses  Gewicht  zu  legen.  Das  non  liquet  ist  aber  nur
eine  Folge  seiner  verfehlten  historischen  Construction.  1
1  Wenn  Aeschines  auch  in  gewohnter  Uebertrcibung  nur  Chares  nennt,
welcher  die  Verluste  verschuldet  und  die  Summen  verausgabt,  so  hat  er
doch  sämmtliche  Verluste  und  Ausgaben  im  Auge.  Ob  er  aber  selbst
            
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