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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 87. Band, (Jahrgang 1877)

TJeber  die  Endsilben  der  altnordischen  Sprache.

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got.  brahta,  tliahta,  thuhta,  vaurhta,  bciuhta,  brühta,  altn.  thätta,
thötta,  orta  (worahto  Tune),  sötta,  alts.  brahta,  thdhta,  thühta,
warhta,  söhta,  giboht,  ags.  brohte,  iholnte,  thühte,  vorhte,  sollte,
bolite.  Das  auffällige  dieser  Bildungen  liegt  in  dem  ht  für  gd,
Jcd,  vgl.  alts.  wegda,  lagda,  sagda,  altn.  bergtTa,  sltenkta.  Wohl
aber  ist  allen  germanischen  Sprachen  ht  eigen  für  altes  g,  k
mehr  altem  t,  got.  nahts,  altn.  nott,  alts.  naht,  got.  aihts,  altn.
aett,  ags.  aeht.  Das  ahd.  ist  demnach  nicht  in  Rechnung  zu
ziehen,  da  seine  dähta,  dülita,  worhta  doch  möglicher  Weise,
obwohl  es  unwahrscheinlich  wäre,  der  hd.  Lautverschiebung
ihren  Ursprung  verdanken.
Dass  es  Wurzeln  auf  Gutturalis  sind,  welche  sich  den
Praeteritopraesentibus  anschliessen,  mag  darin  begründet  sein,
dass  Gutturalis  als  mit  j  verwandt  die  Aussprache  eines  folgenden ­
  ja  nicht  durch  Einschub  eines  i  zu  erleichtern  brauchte;
s.  oben  S.  394.  Ja  wurde  hier  noch  früher  zu  i,  i,  als  bei
anderen;  s.  oben  S.  416.  Sie  standen  dadurch  dem  Perfect  der
Praeteritopraesentia  näher.  Aber  die  Mehrzahl  der  gutturalisch
endigenden  Wurzeln  blieb  natürlich  der  ihnen  eigenthümlichen
Bildung  getreu.
Es  gab  demnach  in  allen  germanischen  Sprachen  eine
Gruppe  von  Verben,  bestehend  aus  Praeteritopraesentibus  und
einer  Anzahl  häufig  gebrauchter  Verben,  welche  ein  schwaches
Perfect  ohne  Stammvocal  bildeten.  Da  diese  letzteren  sonst
der  ersten  schwachen  Conjugation  angehörten,  ist  es  begreiflich, ­
  dass  allmälig  die  Neigung  entstand,  in  dieser  Conjugation
diejenigen  Verba  um  ihr  Ableitungs-i  zu  verkürzen,  welche
jener  Gruppe  am  ähnlichsten  sahen.  Aehnlichkeit  ist  aber  in
gewisser  Weise  subjectiv.  Die  Westgermanen  haben  eine  Ueberzahl
  langer  Wurzeln  in  der  Gesammtzahl  jener  Vorbilder.  Die
Praeteritopraesentia  nämlich  stellen  sich  westgermanisch  gleich,
wenn  man  das  sächsische  man  vernachlässigt,  sechs  Kürzen,
sechs  Längen.  Zu  diesen  Längen  kommen  aber  noch  alts.  brahta,
thdhta,  thühta,  warhta,  söhta,  denen  nur  giboht  gegenüber  steht.
Sie  schlossen  also:  .bei  den  langsilbigen  ist  es  erlaubt,  i  im
schwachen  Perfect  auszulassen,  —  mit  Vernachlässigung  des
germanischen  Betonungsprincips.
Im  nordischen  liegt  die  Sache  etwas  anders.  Hier  überwiegen ­
  bei  den  Praeteritopraesentibus  die  Kürzen:  mega,
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