Ueber die Endsilben der altnordischen Sprache.
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Gramm. 1, 201. Aber der Umlaut umlautfähiger Vocale ist bei
den fern. «'-Stämmen überhaupt Regel; s. Sievers in Paul und
Braune’s Beiträgen 1, 495 ff. Die Erklärung s. oben S. 399. 1
Nicht aufgeführt ist ferner in unserer Tabelle die Endung
-ins (A. PI. der «-Stämme), in III i ohne Umlaut, burdi, sotti.
Das Fehlen des Umlauts ist zu auffallend in einer Sprache, die so
grosse Empfindlichkeit der Voeale für folgendes ij, u v zeigt wie
die nordische, die in der ?/-Classe beide Umlaute neben dem reinen
Laut in buntem Wechsel braucht. Wo «-Umlaut nordisch fehlt,
geschieht es in Ableitungssilben, -ari neben -eri bei den Nom.
Agentis der ja-Classe, die in die jcm-Classe übergetreten sind,
— im Suffix -ul, wenn das erste Comparativsuffix antritt, giöfulli
für giöfulliri, — im Fern, der zweiten Comparation spakari, —
im Opt. Pf. der dritten schwachen Conjugation, um den charakteristischen
Vocal zu erhalten, — hier wie im Comparativ auf
-ari war übrigens a in II, der Periode des Umlauts, noch lang,
— in fiandr (N. PI.) neben gefendr; s. Lundgren Om substantivens
stammar S. 17. — Dann in Fällen falscher Analogie, so
in den Adj. auf -inn von Stamm -ina-, gullinn, auf -igr von
Stamm -iga- mättigr, wegen der ähnlichen Formen der anaund
agra-Stämme, opinn, audigr, die keinen Umlaut haben
können, s. oben S. 378. — Die Nebenformen von tamdr und huldr
(Ptc. Pf. Pass.), tamidr und hulidr, sind gewiss nicht die ächten,
wenn sie auch den altern Quellen eigentümlich sind, Wimmer
Gramm. §§. 152, 2. Das Verhältniss zu den Verben langer
Wurzel ist gerade umgekehrt: 2. 3. Sg. Prs. Ind. doemir bergir,
aber temr, hylr. Im Ind. Pf. doemda bergda, aber tam.da hulda.
In tamda, Indda muss i in II, der Periode des Umlauts, schon
fortgefallen sein, in den Verben mit langer Wurzel noch nicht.
Ebenso entsprechen sich regelrecht Part. Pf. doemdr, bergdr und
tamdr huldr. Wahrscheinlich geht tamidr huldr auf taminn,
hulinn zurück, auf Analogie der starken Verba, welche bei doema,
bergja nicht so leicht wirken konnte, da diese Verba sich durch
den Umlaut der Perfectformen zu deutlich von allen starken
unterschieden. Bei tamdr, lmldr, oder vielmehr den für sie
1 Wenn finnisch kaunis, got. skauns, erscheint, Thomsen a. a. O. S. 96 so
beweist dies für die Gestalt des nordischen nach Durchführung des Auslautgesetzes
ebensowenig als kunigas; s. oben S. 369.