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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 87. Band, (Jahrgang 1877)

Ueber  die  Endsilben  der  altnordischen  Sprache.

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Gramm.  1,  201.  Aber  der  Umlaut  umlautfähiger  Vocale  ist  bei
den  fern.  «'-Stämmen  überhaupt  Regel;  s.  Sievers  in  Paul  und
Braune’s  Beiträgen  1,  495  ff.  Die  Erklärung  s.  oben  S.  399.  1
Nicht  aufgeführt  ist  ferner  in  unserer  Tabelle  die  Endung
-ins  (A.  PI.  der  «-Stämme),  in  III  i  ohne  Umlaut,  burdi,  sotti.
Das  Fehlen  des  Umlauts  ist  zu  auffallend  in  einer  Sprache,  die  so
grosse  Empfindlichkeit  der  Voeale  für  folgendes  ij,  u  v  zeigt  wie
die  nordische,  die  in  der  ?/-Classe  beide  Umlaute  neben  dem  reinen
Laut  in  buntem  Wechsel  braucht.  Wo  «-Umlaut  nordisch  fehlt,
geschieht  es  in  Ableitungssilben,  -ari  neben  -eri  bei  den  Nom.
Agentis  der  ja-Classe,  die  in  die  jcm-Classe  übergetreten  sind,
—  im  Suffix  -ul,  wenn  das  erste  Comparativsuffix  antritt,  giöfulli
für  giöfulliri,  —  im  Fern,  der  zweiten  Comparation  spakari,  —
im  Opt.  Pf.  der  dritten  schwachen  Conjugation,  um  den  charakteristischen ­
  Vocal  zu  erhalten,  —  hier  wie  im  Comparativ  auf
-ari  war  übrigens  a  in  II,  der  Periode  des  Umlauts,  noch  lang,
—  in  fiandr  (N.  PI.)  neben  gefendr;  s.  Lundgren  Om  substantivens
  stammar  S.  17.  —  Dann  in  Fällen  falscher  Analogie,  so
in  den  Adj.  auf  -inn  von  Stamm  -ina-,  gullinn,  auf  -igr  von
Stamm  -iga-  mättigr,  wegen  der  ähnlichen  Formen  der  anaund
  agra-Stämme,  opinn,  audigr,  die  keinen  Umlaut  haben
können,  s.  oben  S.  378.  —  Die  Nebenformen  von  tamdr  und  huldr
(Ptc.  Pf.  Pass.),  tamidr  und  hulidr,  sind  gewiss  nicht  die  ächten,
wenn  sie  auch  den  altern  Quellen  eigentümlich  sind,  Wimmer
Gramm.  §§.  152,  2.  Das  Verhältniss  zu  den  Verben  langer
Wurzel  ist  gerade  umgekehrt:  2.  3.  Sg.  Prs.  Ind.  doemir  bergir,
aber  temr,  hylr.  Im  Ind.  Pf.  doemda  bergda,  aber  tam.da  hulda.
In  tamda,  Indda  muss  i  in  II,  der  Periode  des  Umlauts,  schon
fortgefallen  sein,  in  den  Verben  mit  langer  Wurzel  noch  nicht.
Ebenso  entsprechen  sich  regelrecht  Part.  Pf.  doemdr,  bergdr  und
tamdr  huldr.  Wahrscheinlich  geht  tamidr  huldr  auf  taminn,
hulinn  zurück,  auf  Analogie  der  starken  Verba,  welche  bei  doema,
bergja  nicht  so  leicht  wirken  konnte,  da  diese  Verba  sich  durch
den  Umlaut  der  Perfectformen  zu  deutlich  von  allen  starken
unterschieden.  Bei  tamdr,  lmldr,  oder  vielmehr  den  für  sie

1  Wenn  finnisch  kaunis,  got.  skauns,  erscheint,  Thomsen  a.  a.  O.  S.  96  so
beweist  dies  für  die  Gestalt  des  nordischen  nach  Durchführung  des  Auslautgesetzes ­
  ebensowenig  als  kunigas;  s.  oben  S.  369.
            
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