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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 87. Band, (Jahrgang 1877)

Ueber  die  Endsilben  der  altnordischen  Sprache.

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ausschliesslich  einer  Wortclasse  bemächtigt,  was  bei  Paradigma
bandi,  hairdeis  doch  geschehen  ist.
Die  inconsequente  Durchführung  eines  deutlich  zu  Grunde
liegenden  Principes  führt  zu  der  Vermuthung,  dass  hier  eine
alte  Formübertragung  vorliege.
Eine  solche  bot  sich  in  der  That  leicht  dar.  Bekannt
sind  die  weiblichen  von  schwachen  Vocalstämmen  abgeleiteten
Abstracta  mit  den  Stämmen  auf  ini,  uni,  jani,  aini,  s.  Scherer
GDS.  S.  179,  —  got.  daupeins,  gamitons,  sunjons,  tliulains,
eigentlich  Nomina  aetionis;  Leskien  Die  Declination  S.  96.  Die
Stämme  auf  ini  setzen  natürlich  jani.  voraus.  Die  Declination
eines  solchen  Nomens  vor  der  Contraction  und  vor  dem  vocalischen
  Auslautgesetze  hatte  mit  der  eines  fern.  Jan-Stammes
grosse  Aehnlichkeit.

1)  N.  Sg.  daupjanis
G.  Sg.  daupjanaias
D.  Sg.  daupjanaii
A.  Sg.  daupjani

2)  N.  Sg.  frödjä
G.  Sg.  frbdjänas
D.  Sg.  frodjäni
A.  Sg.  frodjäna.

Vielleicht  gab  es  neben  daupjanaii  (D.  Sg.)  auch  eine  Form
ohne  Guna  daupjarm,  wie  D.  Sg.  kosti  aus  kostii  im  altslaw.,
vielleicht  andere  mit  Färbung  des  Gunadiphtliongs  im  G.  D.
daupjanijas,  daupjaniji,  s.  oben  S.  400.
Der  Perfectstamm  nun  der  schwachen  Verba  erster  Conjugation
  muss  ebenso  wie  die  Adjectivsuffixe  jan,  jag,  das
Optativsuffix  ja,  sehr  früh  eine  Contraction  des  ja  zu  i  vorgenommen ­
  haben,  und  gewiss  auch  das  Nominalsuffix  jani  von
daupeins,  da  nirgends  mehr  eine  Spur  des  ja  erhalten  scheint,
mag  die  vorhergehende  Wurzel  kurz  oder  lang  sein;  s.  Leo
Meyer  Die  got.  Sprache  §.  399.  Wenn  nun  daupjanis  zu
dauptnis  wurde,  so  ist  es  begreiflich,  dass  unter  den  so  ähnlichen ­
  Jan-Stämmen  besonders  jene  die  Contraction  nachahmten,
welche  durch  ihre  Wurzelgestalt  eine  gewisse  Neigung  zu  ijd
statt  ja,  also  zu  vocalischem  und  zwar  i'-färbigem  Einsatz  der
Suffixsilbe  hatten,  aber  auch  andere,  welche  durch  ihre  Bedeutung ­
  als  Abstracta  Verwandtschaft  mit  den  Jam-Stämmen  zeigten.

1)  N.  Sg.  daupinis
G.  Sg.  daupinaias
D.  Sg.  daupinaii
A.  Sg.  daupini

2)  frödi
frodinas
frbdini
frödina
            
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