Ueber die Endsilben der altnordischen Sprache.
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ausschliesslich einer Wortclasse bemächtigt, was bei Paradigma
bandi, hairdeis doch geschehen ist.
Die inconsequente Durchführung eines deutlich zu Grunde
liegenden Principes führt zu der Vermuthung, dass hier eine
alte Formübertragung vorliege.
Eine solche bot sich in der That leicht dar. Bekannt
sind die weiblichen von schwachen Vocalstämmen abgeleiteten
Abstracta mit den Stämmen auf ini, uni, jani, aini, s. Scherer
GDS. S. 179, — got. daupeins, gamitons, sunjons, tliulains,
eigentlich Nomina aetionis; Leskien Die Declination S. 96. Die
Stämme auf ini setzen natürlich jani. voraus. Die Declination
eines solchen Nomens vor der Contraction und vor dem vocalischen
Auslautgesetze hatte mit der eines fern. Jan-Stammes
grosse Aehnlichkeit.
1) N. Sg. daupjanis
G. Sg. daupjanaias
D. Sg. daupjanaii
A. Sg. daupjani
2) N. Sg. frödjä
G. Sg. frbdjänas
D. Sg. frodjäni
A. Sg. frodjäna.
Vielleicht gab es neben daupjanaii (D. Sg.) auch eine Form
ohne Guna daupjarm, wie D. Sg. kosti aus kostii im altslaw.,
vielleicht andere mit Färbung des Gunadiphtliongs im G. D.
daupjanijas, daupjaniji, s. oben S. 400.
Der Perfectstamm nun der schwachen Verba erster Conjugation
muss ebenso wie die Adjectivsuffixe jan, jag, das
Optativsuffix ja, sehr früh eine Contraction des ja zu i vorgenommen
haben, und gewiss auch das Nominalsuffix jani von
daupeins, da nirgends mehr eine Spur des ja erhalten scheint,
mag die vorhergehende Wurzel kurz oder lang sein; s. Leo
Meyer Die got. Sprache §. 399. Wenn nun daupjanis zu
dauptnis wurde, so ist es begreiflich, dass unter den so ähnlichen
Jan-Stämmen besonders jene die Contraction nachahmten,
welche durch ihre Wurzelgestalt eine gewisse Neigung zu ijd
statt ja, also zu vocalischem und zwar i'-färbigem Einsatz der
Suffixsilbe hatten, aber auch andere, welche durch ihre Bedeutung
als Abstracta Verwandtschaft mit den Jam-Stämmen zeigten.
1) N. Sg. daupinis
G. Sg. daupinaias
D. Sg. daupinaii
A. Sg. daupini
2) frödi
frodinas
frbdini
frödina