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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 87. Band, (Jahrgang 1877)

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Heinze  1.

scheint  demnach  dass  froedi  sich  zu  hylgja  ähnlich  verhält  wie
hella,  also  wie  hellir  zu  hekkr,  klaedi  zu  kyn,  ermi  zu  eng,  erma
zu  engja,  und  in  der  That  haben  die  Nomina  nach  hylgja  kurze
oder  auf  Giutturalis  ausgehende  Wurzelsilben,  die  nach  liella
wahrscheinlich  immer,  die  nach  froedi  zum  grössten  Theile
Länge  ohne  Gutturalis.
Es  sind  also  im  nord.  die  N.  Sg.  der  yaw-Stämme  mit
langer,  nicht  auf  g,  k  endigender  Wurzel  zum  Theil  den
Stämmen  mit  kurzer  oder  gutturalisch  auslautender  Wurzel
gegenüber  gestellt  worden,  wie  A.  Sg.  Fern,  vaena  dem  A.  Sg.
Fern,  fraegja,  müssen  also  in  I  jo  gehabt  haben,  —  zum  Theil
aber  ist  dieses  jo  irgend  einmal  zu  i  contrahiert  worden.
Eine  Dreitheilung  wie  in  froedi,  hella,  hylgja  findet  sich
auch  im  N.  A.  PI.  der  masc.  jo-Stämme,  hekkir  hekki,  hellar  hella,
aber  auch  nidjar  nidja,  herjar  herja  usw.;  s.  oben  S.  397.  400
und  unten  bei  jäs.
Aber  das  Princip,  nach  welchem  vaena  (A.  Sg.  Fern.)  sich
von  fraegja  scheidet,  ist  im  Verhältnis  dieser  ja  zu  i  gerade
umgedreht.  Die  Wurzelgestalt  im  Paradigma  hekkr  zeigt  Kürze
oder  Länge  mit  Gutturalis,  im  Paradigma  froedi  meist  Länge
ohne  Gutturalis.
Auffällig  ist  auch,  dass  diese  Form  der  Wurzel  keineswegs ­
  ausschliesslich  das  Paradigma  froedi  hervorruft.  Durchgehendes ­
  i  im  Sing,  haben  nicht  nur  Wörter,  welche  nach
hella  gehen  sollten,  sondern  auch  solche,  welche  wir  unter
Paradigma  hylgja  vermuthen  möchten,  gledi,  gremi,  leti,  myki,
lygi,  1  ergi,  rekki,  —  dann  die  von  den  Adj.  auf  -agr,  -igr,  -ugr
gebildeten  helgi,  graedgi,  usw.
Nach  der  Analogie  hekkr,  eng  sollten  in  Paradigma  froedi
entweder  nur  Nomina  nach  hylgja  oder  nur  nach  hella  erscheinen.
Im  gotischen  eine  ähnliche  Unregelmässigkeit.  Allerdings
zeigt  Paradigma  managei  (nord.  froedi)  durchweg  Länge  der
Wurzel  oder  nach  dieser  nach  ein  Suffix,  s.  Leo  Meyer  Got.
Sprache  §.  465,  aber  in  Paradigma  rathjo  (nord.  hylgja)  ziemlich ­
  gleich  viel  Längen  und  Kürzen,  s.  Leo  Meyer  a.  a.  0.
§.  459.  Es  hat  sich  also  auch  hier  die  Contraction  nicht

1  S.  Anm.  auf  S.  402.
            
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