Demosthenische Studien.
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ungestraft sieh über diese Gesetze hinwegsetzen zu können, oder
so thöricht, dass er sich in das sichere Unglück stürzen möchte 4 .
Wenn die Verhältnisse zur Zeit der Rede so waren, wie sie
Weil voraussetzt, dass sich jener, welcher Verwendung der
Schaugelder für Kriegsgelder beantragte vielleicht nur eine
'(paar, Tcapavogwv zuzog, wenn er aber das nicht wollte, nur den
legislatorischen Umweg einzuschlagen hatte, dann sind Demosthenes’
Worte wahrlich nicht ein Denkmal seines Muthes und
unternehmenden Patriotismus, sondern das Gegentheil; sie sind
unpassend, unbegreiflich. Aber noch unbegreiflicher erscheint
es, wenn das Schicksal eines solchen Wagnisses so unzweifelhaft
und unabwendbar feststand, wie Demosthenes es hier darlegt,
dass Apollodor einige Zeit darauf den Antrag, welchen Demosthenes
ablehnte, wirklich stellte und damit beim Rath und
Volke ohne erheblichen Widerstand durchdrang.
Zu einer ganz entgegengesetzten, richtigeren Folgerung
aus diesen »Stellen gelangt Müller, welcher erkannte, dass
Demosthenes’ Worte auf die Voraussetzung führen, ,es müsse
nicht lange vorher einem ein solcher Antrag übel bekommen
sein, und das Volk müsse vor Kurzem seine Willensmeinung,
die Ueberschüsse für die Festspenden und nicht für den
Krieg zu verwenden, von Neuem auf das Unzweideutigste
zu erkennen gegeben haben'. Aber derselbe will darin sogar
eine Bestätigung der von Libanius und den Scholien überlieferten
Nachricht sehen, dass Eubulos bei dieser Gelegenheit
nach der Verurtheilung Apollodors ein Gesetz veranlasst,
welches jeden ähnlichen Versuch, selbst den Antrag einer
Abänderung auf dem verfassungsmässigen Wege mit Todesstrafe
bedrohte. Darin aber liegt ein doppelter Irrthum, indem
die Gefahr einzig und allein demjenigen, welcher wie Apollodor
durch ein einfaches Psephisma den Theorikengeldern beizukommen
suchte, drohte. Dass aber Todesstrafe auf einen solchen
Versuch gesetzt worden sei, das müsste besser bezeugt sein,
als durch die Scholiasten und Libanius, 1 um glaubwürdig zu
1 Das sind nicht mehrere Zeugen für dieselbe Sache, sondern sie stellen nur
ein Zeugniss dar, indem Libanius unsere Scholien oder eine bessere und
reichere Sammlung derselben benutzte. Wie ein Erklärer auf diesen
Einfall kam, habe ich Anm. 28 meiner ,Demosthenischen Anträge 4 darzuthun
versucht. Für denjenigen, welcher selbst nach dem dort über die
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