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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 87. Band, (Jahrgang 1877)

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Heinzei.

bewahrt  habe,  umsomehr,  als  er  unter  der  Bedingung  kurzer
Wurzelsilbe  eintritt,  derselben,  die  im  altnordischen  mit  der
andern  Bedingung  des  gutturalen  Wurzelauslautes  altes  j  erhält.
Man  wird  also  auch  im  gotischen  nach  langer  Wurzelsilbe
weniger  geneigt  gewesen  sein  j  zu  articulieren  als  nach  kurzer.
—  Das  führt  auf  die  Vermuthung,  dass  es  neben  jener  oben
J3.392  erwähnten  nordischen  Methode  der  unbequemen  Aussprache
durch  Verschweigen  des  j  abzuhelfen  —  kynja,  klaeda  (G.  PI.)
—■  auch  eine  andre  gegeben  habe,  nämlich  dem  ja  ein  i  vorzuschlagen ­
  ;  vgl.  das  altind.  Dieser  vocalische  Einsatz  des  j
wird  auch  bei  kurzer  Wurzelsilbe  nicht  ganz  gefehlt  haben,
entschiedener,  deutlicher  war  er  bei  langer.  Zimmer  weist
Zs.  19,  419  auf  das  germanische  Accentgesetz  hin  —  gewiss
mit  Recht  —  harjis  aber  hairdjis  (N.  Sg.),  —  vgl.  den  Gebrauch
des  indischen  Svarita.  Hairdijis  mag  ganz  constant  gewesen
sein,  harijis  mit  harjis  gewechselt  haben.  Das  Auslautgesetz
ergibt  aus  hairdijas,  liairdeis,  bei  liarjis  bewirkte  die  schwankende ­
  Form,  dass  gleichsam  ein  Mittelweg  zwischen  liarijs  und
harjs  eingeschlagen  wurde,  liarjis.  S.  Gislason  Tidskrift  f.
phil.  6,  240.
Da  nun  sandeis,  nasjis  (2.  Sg.)  ebenso  behandelt  werden
wie  liairdeis,  liarjis  (N.  Sg.),  ist  es  gerathen,  dieselbe  Erklärung
auch  hier  anzuwenden,  d.  h.  von  ja  nicht  von  altem  aja,  ija
auszugehen,  wie  es  Scherer  wenigstens  für  die  Imp.  sandei,
nasei  thut,  GDS.  S.  179  f.;  s.  auch  J.  Schmidt  KZs.  18,  283  und
Leffler  Tidskrift  f.  f.,  Neue  Folge,  2,  268  Anm.  2,  269  Anm.  3
billigen.  Vgl.  auch  Ebel  KZs.  5,  302  Anm.  —  Allerdings  genau
dasselbe  kann  mit  sandeis,  nasjis  nicht  vor  sich  gegangen  sein,
was  mit  liairdeis,  harjis  geschehen,  da  auf  diese  das  Auslautgesetz ­
  gewirkt  hat,  auf  jene  nicht.  Aber  j  in  nasjis  hat  seine
ursprüngliche  Stellung  nach  kurzer  Wurzelsilbe  gewahrt  wie
harjis,  sandeis  erklärt  sich  aus  sandijas  wie  liairdeis.  Nasei
(2.  Sg.  Imp.)  wird  eine  Analogieform  sein  für  nasi  nach  sandei
aus  sandija,  wie  altn.  tem,  doem  (2.  Sg.  Imp.)  neben  temr,
doemir  (2.  Sg.  Ind.).
Wir  sehen  ja  auch  sonst  ähnliche  Behandlung  alter  ja,
ja  in  ursprünglich  letzter  und  vorletzter  Silbe.  Schon  vor  dem
Auslautgesetz  muss  für  das  gotische  Zusammenziehung  der
Formeln  ja,  ja  zu  i  angenommen  werden,  in  den  Fern,  nach
            
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