Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 87. Band, (Jahrgang 1877)

390

Heinzei.

genügend;  um  ä,  a  im  ahd.  und  alts.  zu  erklären.  Ebenso  hat
im  altn.  die  Mehrzahl  der  auf  r  ausgehenden  N.  A.  PL  hanar
und  tungur  geschaffen;  s.  oben  S.  377.  385.
Auch  hier  weichen  andere  Formen  in  den  verschiedenen
Sprachen  von  einander  ab.
ahd.  sctlböm  (1.  Sg.),  alts.  salbon,  ags.  sealfje,  altfr.  salvje.
Ags.  und  altfr.  folgen  der  Analogie  der  ersten  schwachen
Conjugation,  und  diese  selbst  hat  den  Ausgang  auf  e  mit  den
starken  Verben  gemein.
ahd.  neriton  -un  (3.  PL),  alts.  neridun,  ags.  neredon,  altfr.  neredon.
Im  ahd.  herrscht  meist,  im  alts.  stäts  der  Vocal  der
schwachen  Form;  ags.,  altfr.  neredon,  wie  fundon.
ahd.  neritost  (2.  Sg.),  alts.  neridos,  ags.  neredes,  altfr.  neredes.
Im  ags.,  altfr.  scheint  die  Praesensform  eingedrungen
zu  sein.
ahd.  gernor  (Adv.),  alts.  gernor,  ags.  geornor.
Das  r  ist  hier  geblieben,  weil  die  Comparativform  sonst
unkenntlich  geworden  wäre.  Das  o  im  ags.  fällt  auf.  Es  hat
sich  hier  auch  in  letzter  Silbe  das  alte  o  bewahrt,  wegen  der
adjectivischen  Formen  geornost  und  des  später  syncopierten
Comparativs  *'  geornora-,  vgl.  sealfjan  usw.  neben  sealfode.
S.  Braune  in  seinen  und  Pauls  Beiträgen  2,  151  Anm.
ahd.  gemo  (Adv.),  alts.  gerno,  ags.  georne,  altfr.  jerne.
Ags.  und  altfr.  haben  vielleicht  das  schwache  Neut.  Sg.
für  die  Adverbialform  eingesetzt.
Der  wichtigste  Unterschied  vom  ostgermanischen  besteht
in  der  entgegengesetzten  Behandlung  der  -an,  welche  ursprünglich ­
  für  N.  Sg.  Masc.  Fern.  Neut.  der  an-  und  dn-Stämme  gedient
hatten.  Für  die  Ostgermanen  war  das  «  von  an  im  Fern.Neut.  übermässig ­
  gewesen.  Für  die  Westgermanen  ist  es  das  Masc.  Vgl.
die  -dn,  mit  welchen  im  griech.  und  lat.  gerne  Masculina  abgeleitet ­
  werden,  gegenüber  -on  im  Fern.  —  aquilo,  caro;  L.  Meyer
Vergleich.  Gramm.  2,  140,  Osthoff  Forschungen  2,  154  f.
Dass  der  G.A.Sg.  der  d-Stämme  im  westgermanischen  einfaches ­
  ä  voraussetzt,  ist  vielleicht  nur  scheinbar.  Es  könnte
ahd.  ursprünglich  d  geherrscht  haben,  das,  nachdem  der  N.  Sg.
die  Form  der  schwachen  Declination  angenommen,  seine  Quantität ­
  aufgegeben  hätte.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.