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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 87. Band, (Jahrgang 1877)

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Heinzei.

Die  den  Endungen  auf  u  vorangehenden  Suffixsilben  haben
ihr  a  wahrscheinlich  schon  in  I  dem  folgenden  Vocal  assimiliert,
da  sie  in  II  Umlaut  wirken,  gömul.  (N.  Sg.  Fern.  N.  A.  PI.  Neut.),
gömlum  (D.  Sg.  Masc.).

A  ursprünglich  vor  der  letzten  Silbe.
Lang  A.
Nach  Auslautgesetz  in  letzter  Silbe.
Lang  a  ist  bewahrt  als  6  im  Gr.  Sg.  Igingon,  das  aber
wohl  ein  jd/i-Stamm  sein  wird.  Vor  m  wandern  diese  6,  wie
die  kurzen  a  ursprünglich  vorletzter  Silbe  zu  u;  ebenso
vor  n,  wie  lang  a  ursprünglich  letzter  Silbe,  (lalifluu;  s.  oben
S.  376,  380.  In  II  sehen  wir  den  dadurch  entstandenen  Umlaut.
Aber  der  Inf.  und  die  3.  PI.  Prs.  Ind.  der  dritten  schwachen
Conjugation  (got.  6-Stämme)  wollen  den  charakteristischen
Vocal  nicht  entbehren,  in  III  kaüa.  Vor  m  wirkt  diese  Rücksicht ­
  nicht,  köllum  III.
Durch  Analogie  zu  erklären  ist  kallid  III  (2.  PI.  Prs.  Ind.),
das  nicht  auf  das  angesetzte  kallod  zurückgehen  kann:  das
hätte  kallad  ergeben.  Die  übrigen  germanischen  Sprachen,  wie
die  Natur  der  Sache,  lassen  keinen  Zweifel,  dass  einst  derselbe ­
  ö-Vocal  die  ganze  dritte  Conjugation  der  schwachen  Verba
beherrschte.
Auch  tömduct  III  —  in  I  tamiddd  ?  —  verdankt  sein  u
wohl  nur  der  1.  und  3.  PI.  oder  dem  starken  Perf.
Schwierig  ist  tamdir  (2.  Sg.  Pf.  Ind.)  in  III  zu  erklären.
Das  vermuthungsweise  angesetzte  tamidur  ist  sehr  zweifelhaft.
Gehen  wir  von  der  Endung  (a)dliäsi  aus,  so  konnte  keinesfalls ­
  tamidor  das  Resultat  in  I  sein,  da  dies  nie  durch  regelmässige ­
  Entwicklung  in  III  tamdir  ergeben  hätte.  Dagegen
hindert  nichts  in  dieser  Endung,  die  ja  eigentlich  keine  ist,
bloss  Länge  des  a,  nicht  auch  Färbung  zu  6  anzunehmen,  wie
in  dä(t,  got.  deds:  tamidur  wäre  dann  als  die  einzige  Endung
auf  ä  in  I  ebenso  behandelt  worden,  wie  eine  Endung  auf  ar,
wie  fadar  I,  fadir  III.
            
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