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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 87. Band, (Jahrgang 1877)

Ueber  die  Endsilben  der  altnordischen  Sprache.

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Im  altslaw.  allerdings  wie  es  scheint,  kein  ähnlicher
Fall.  Denn  der  Gr.  Sg.  der  a-Stämme  raky,  gleich  dem  A.  PL,
kann,  wie  Leskien  Die  Declination  S.  41  gezeigt  hat,  nicht
ohne  Verletzung  der  Lautgesetze  auf  -än-as  zurückgeführt
werden,  ebensowenig  freilich  auf  eine  Locativform  -ä-dm.
Im  ersteren  Falle  wäre  rakane  das  Resultat,  im  zweiten  rakq
oder  rakü.  —  Aber  im  lit.  wird  der  Gr.  Sg.  der  /«-Stämme
statt  -es  öfters  -es  geschrieben,  G-eitler  Lit.  Studien  S.  57,  setzt
also  älteres  -ens  voraus,  wie  akmens,  Gr.  Sg.  eines  cm-Stammes;
vgl.  mens  neben  wes,  N.  PI.  des  Pers.  Pron.  1.  Person,  Geitier
Lit.  Studien  S.  96.  —  Im  lit.  ferner  kann  ü  im  Loc.  PI.  vilküsu
nur  auf  au  oder  an  zurückgehen.  Au  wäre  kaum  erklärlich,  an
empfiehlt  sich  durch  zemaitisches  vilkunse.  Vilküsu  ist  also  aufzufassen ­
  wie  vezüs  (vehor)  von  einem  alten  vazan-si,  Schleicher
Comp.  §.  101.  —  Vielleicht  gehört  auch  N.  PI.  der  lit.  i-  und
M-Stämme  hieher:  äkys  (=  alvis),  sünüs.  —  Es  sind  dies
Zeugnisse  für  den  Parallelismus  der  vocalischen  und  «.«-Stämme,
über  welchen  Osthoff  in  zweiten  Theil  seiner  Forschungen
gehandelt  hat.
Leskien  Die  Declination  S.  100  hat  zwar  die  Erklärung
Bergaignes,  der  das  Element  sma  herbeizieht,  durch  Verweisung
auf  die  preussische  Dativendung  -mans  neben  stesmu  widerlegt,
selbst  aber  einen  ganz  singulären  Vorgang,  Angleichung  des
anlautenden  an  den  auslautenden  Suffixeonsonanten  ansenommen
—  also  wie  lat.  coquo  aus  pequo,  qidnque  aus  pinque,  s.  Blomberg ­
  Bidrag  tili  den  germaniska  omljudsläran  S.  4,  —  der
selbst  wieder  nur  an  einem  nicht  vorhandenen  Singularsuffix
des  Instrumental  -bhjam  zuerst  stattgefunden  haben  könnte.
S.  J.  Schmidt  in  seiner  Recension  der  Leskien’schen  Schrift
Jenaische  Litteraturzeitung  1877  S.  269  ff.
Das  altirische  scheint  mit  seinen  durchgehenden  -ib  (-a-ib),
das  eigentlich  nur  für  die  i-  und  /«-Stämme  passt  —  aucli
talmanaib  von  einem  ««-Stamm  —  ein  Gegenspiel  zu  den
nordeuropäischen  -am,  -um  zu  bieten.
Denn  auch  hier  ist  altn.  a  zu  u  geworden,  und  wirkt
in  II  Umlaut.
            
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