372
H e i n z e 1.
Navneordenes böjning S. 119 Anm. Vgl. die gleiche Behandlung
des nt zwischen letzter und vorletzter Silbe: fara (3. PI.)
aus faranti setzt farann als Uebergangsform voraus. — Der
N. Sg. Masc. aber duldet diese Assimilation nicht, s. haitinaR
Tan um, HarabanaR Varnum, wo -naR nach dem oben Entwickelten
gleich -nr ist. Das s wird hier länger tonlose Qualität
bewahrt haben, wenn es auch in I schon tönend ist. Die Möglichkeit,
s tonlos und tönend zu sprechen, wurde zur Differenzierung
benutzt. — Nähme man in I schon nn für nr in
N. Sg. an wie für den G. Sg. der ««-Stämme, so ergäbe dies in
III apta statt aptann wie hcma (G.Sg.), fara (3. PL).
A ursprünglich in letzter Silbe.
Lang A.
Vorbemerkung über ä und u.
Es ist hier unmöglich, die sprachlichen Thatsachen zu
erklären, wenn mau nicht verschiedene Qualität der zu Grunde
liegenden vorgermanischen Laute annimmt. Eine Gruppe altarischer
langer a letzter Silbe wird nordisch inlautend zuerst a,
in der dritten Periode auslautend u, das in III abfällt, —
eine andere zeigt zuerst 6, in dritter Periode «, und zwar
zum Theil unter denselben Bedingungen wie die erste Gruppe.
Sowohl auslautend als in den Formeln -an, -dt wird altarisch ä
einerseits zu i, andererseits zu a: vaku I, vök III (N. Sg.), aber
ltalla III (1. Sg.), lmna I, hani III (N. Sg.), aber tungö I,
tunga III (N. Sg.), tamida I, tamdi III (3. Sg. Pf. Ind.), aber
illa III (Adv.), sind bezeugte Formen für die erste und dritte
Periode.
Scherer hat GDS. S. 120 zur Erklärung der verschiedenen
Behandlung, welche in allen germanischen Sprachen die vorgermanischen
ä letzter Silbe erfahren, auf die vedischen aa,
da, ad aufmerksam gemacht, über welche Kuhn Beiträge 4,
180 ff. handelt. Es gab wahrscheinlich schon im altarischen
zwei lange a, ein einfaches und ein übermässiges.
Wenn wir nun im nordischen der Periode III einerseits a,
andererseits i finden, und i nur ganz selten — tamdir (2. Sg.