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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 87. Band, (Jahrgang 1877)

Demosthenische  Studien.

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Dort  lässt  nämlich  Demosthenes,  indem  er  die  rasch  aufeinander
folgenden  Züge  Philipps  aufzählt,  unmittelbar  auf  den  thrakischen
  Zug  und  die  Erkrankung  desselben  im  Jahre  352
v.  Chr.  die  Befehdung  Olynths  folgen  (rcdkiv  pataag  oh-/.  e~l  -b
paOugsTv  d-gy.Aivsv,  ak'/C  euOu?  HXuvOicti;  räe/gi'pyjccv).  Allerdings
lässt  der  Ausdruck  suOu?  eine  strenge  Bemessung  seiner  Dauer
nicht  zu,  und  fände  sich  die  Stelle  in  der  Kranzrede,  so  wäre
die  Annahme  eines  mehrjährigen  Zwischenraumes  durchaus
zulässig.  Aber  dieses  Wort  findet  sich,  wie  Grote  S.  257 4  treffend
bemerkt,  hier  in  einer  Rede,  die  wahrscheinlich  in  der  letzten
Hälfte  des  Jahres  350  v.  Chr.,  ganz  gewiss  aber  nicht  später,
als  in  der  ersten  Hälfte  von  348  v.  Chr.  gehalten  worden  ist.
Demnach  ist  für  das  durch  euOöc  bezeichnete  Zeitintervall
höchstens  die  Dauer  eines  halben  Jahres  anzusetzen,  wodurch
wir,  indem  wir  Philipp  ungefähr  Mitte  351  v.  Chr.  genesen
lassen,  auf  den  Anfang  des  Jahres  350  geführt  werden.
Während  wir  gegen  Schaefers  Behandlung  der  entscheidenden ­
  Stellen  aus  den  Reden  gegen  Meidiäs  und  Neaera
Einsprache  erheben  mussten,  finden  wir  uns  mit  der  übrigen
Untersuchung  desselben  über  die  Zeit  des  euboeischen  Krieges
in  vollem  Einklänge.  Was  Weil  dagegen  vorbrachte,  ja  vorzubringen ­
  sich  gezwungen  sah,  um  seine  Behauptung  zu
halten,  ist  hinfällig  und  zum  Theil  bereits  von  Müller  richtig
widerlegt,  so  dass  eine  kurze  Hinweisung  auf  die  von  Schaefer
acceptirten  oder  neu  beigebrachten  Argumente  an  dieser  Stelle
genügen  wird.
In  durchaus  unverfänglicher  Weise  bezeugt  Dionysius,
dass  die  Abfassung  der  Rede  gegen  Meidias  in  das  Archontat
des  Kallimachos  (01.  107,  4)  falle.  Drei  Jahre  vorher,  d.  i.
01.  107,  2  =  351  v.  Chr.,  übernahm  Demosthenes  freiwillig
die  Choregie  für  seine  Pliyle  und  genügte  an  den  Dionysien
im  Frühjahre  350  dieser  Pflicht  zu  jener  Zeit,  da  das  athenische
Heer  auf  Euboea  stand.  Es  war  bei  dieser  Gelegenheit,  dass
Meidias  den  Demosthenes  in  gemeiner  Weise  insultirte.  Um
diese  Dionysien  zu  feiern,  war  Boeotos,  wie  wir  aus  der  Rede
,gegen  Boeotos  vom  Namen'  erfahren,  in  Athen  geblieben  und
wurde  deshalb  wegen  Fahnenflucht  belangt;  da  aber  in  Folge
mangelnden  Richtersoldes  die  Gerichte  nicht  fungirten,  kam
der  Process  nicht  sofort  zur  Verhandlung,  wohl  aber  unmittelbar
            
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