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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 87. Band, (Jahrgang 1877)

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Hartei.

Alle  andern  Umstände  jener  in  ihrer  Glaubwürdigkeit
angefochtenen  Darstellung  sind  Thatsachen,  die,  wenn  auch
übertrieben  dargestellt,  sich  nicht  fortinterpretiren  lassen.
Um  über  sie  hinwegzukommen,  bleibt  Müller  nur  die  verzweifelte ­
  Ausflucht  übrig,  dass  der  Redner  die  Zuhörer  verleite,
Jene  Vorboten  des  olynthischen  Krieges,  zu  deren  Zeit  der
Antrag  gestellt  ward,  mit  dem  olynthischen  Kriege  selbst  zusammenzuwerfen, ­
  welchem  Bestreben  die  natürliche  Neigung
der  Zuhörer,  jene  unter  sich  zusammenhängenden,  zur  Zeit
der  Rede  aber  längst  abgethanen  Ereignisse,  ohne  genauere
Beachtung  der  Stadien  ihrer  Entwicklung  in  der  Erinnerung
als  ein  Ganzes  zu  fassen,  von  selbst  entgegenkamh  Diesen
Vortheil  wahrnehmend,  suche  er  seinen  Zweck  durch  eine
allgemeine  Schilderung  der  drangvollen  und  entscheidungsschwangeren ­
  Lage  mit  starkem  Farbenauftrag  zu  erreichen,
nenne  den  euboeischen  Krieg  und  die  Anstrengungen  zur
Rettung  Olynths  in  einem  Athem,  hüte  sich  aber,  durch  eine
bestimmtere  Bezeichnung  des  Zeitpunktes  erst  darauf  aufmerksam ­
  zu  machen,  dass  die  damalige  Heeressendung  nach
Olynth  ein  militärischer  Spaziergang  blieb  und  der  wirkliche
Ausbruch  des  olynthischen  Krieges  erst  18  oder  19  Monate
später  erfolgte.  Dass  aber  jene  Vorboten  eitel  Fiction  sind,
meinen  wir  unwiderspreehlich  dargethan  und  damit  die  Wahrheit
und  Treue  dieser  historischen  Charakteristik,  welche  lebendiger,
treffender  und  nachdrucksvoller  kaum  Demosthenes  selbst  hätte
liefern  können,  im  Allgemeinen  wie  im  Einzelnen  gerettet  zu
haben.
Wenn  es  aber  mit  jenen  Vorboten  des  olynthischen
Krieges,  welche  Schaefer  und  Müller  präsuiniren,  nichts  ist,
dann  wird  die  Zuverlässigkeit  der  philochorischen  Nachricht,
dass  der  Krieg  erst  Ol.  107,  4  ausgebrochen  sei,  durch  eine
Stelle  der  ersten  olynthischen  Rede  (§  13)  vollends  erschüttert.

über  die  seine  Person  betreffende  Abstimmung  RgMeid.  §  2  S.  515,  2:
ouo’  ccTUsßXetlev  so;  -a?  ouatco;  toc?  toutüjv  ou8e  tco;  utcog^egsk;,  aXXa  p.ia
yvc/>[j.7]  -/.axe^eipoTovT)  (jev  auiou.  —  RgTimokrates  §  57  S.  715,  27:
ypfjv  ge  ...  el  rcaatv  ’A  0r)  v  a  (o  15  soo/.si,  YP“? etv  xat  vop.oÖ£Tetv,  nachdem
kurz  vorher  (§  55)  die  Zahl  der  Zustimmenden  auf  6000  festgesetzt  war.
Uebrigens  sind  dies  nicht  die  einzigen  Beispiele  solch’  unschuldiger
Zahlen-Hyperbel.
            
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