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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 87. Band, (Jahrgang 1877)

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H  a  r  t  e  1.

brochcn  ist,  die  Olynthier  bereits  als  Bundesgenossen  Athens
erscheinen,  Athen  selbst  in  Gefahr  schwebt,  durch  säumige
Leistung  seiner  Vertragspflicht  das  Vertrauen  der  Nation  zu
verlieren,  ein  für  Olynth  zusammengebrachtes  Heer  aus  Mangel
an  Sold  auseinander  zu  gehen  droht,  gegen  diese  Stelle  hat
Emil  Müller  in  verständiger  Taktik  seinen  Hauptangriff
gerichtet,  indem  er  in  ihr  ,durchaus  den  Stempel  übertreibender ­
  Ungenauigkeit'  erkennen  will.  Welches  sind  die  verdächtigenden ­
  Merkmale?  Der  Redner  versichert,  ,die  Athener
seien,  als  Apollodor  seinen  Antrag  einbrachte,  im  Begriffe  gewesen, ­
  mit  ihrer  gesammten  waffenfähigen  Mannschaft  (■ravorjp.et)
nach  Euboea  und  Olynth  zu  ziehen  (da  dieselben  doch  selbst
in  ihrer  besten  Zeit  nach  einem  entlegenen,  überseeischen
Kriegsschauplatz  niemals  mit  gesammter  Mannschaft  ausgezogen ­
  sind  und  auf  den  letzten  Nothschrei  der  Olynthier  nur
2000  Bürgerhopliten  und  300  Reiter  ausgesandt  hatten),  und
behauptet  ganz  unglaublicher  Weise,  der  Volksbeschluss  auf
Verwendung  der  Ueberschüsse  zum  Kriege,  sei  ein  einstimmiger
gewesen  (ouos't?  ÄVTejjetpOTpyuiosv  §  4),  die  Verurtlieilung  Apollodors ­
  in  dem  Paranomenprocesse  aber  sei  nur  durch  persönliche
Verläumdungen  des  Anklägers  und  falsche  Zeugen  herbeigeführt
worden.'  Allein  weder  in  dem  xavoY]p.e(  noch  in  dem  oüoei?
tm£‘/s!poTivr ( c7£V  liegt  etwas  unerklärliches,  unannehmbares.  In
ersterem  nicht,  denn  wir  haben  es  eben  mit  einem  hochtrabenden ­
  Psephisma  zu  thun,  wie  sie  damals  in  Athen  beliebt
waren  1  und  brauchen  uns  nur  an  den  Beschluss  vom  Winter  352
zu  erinnern,  wo  man  auch  Tcxvc^p.s!  auszuziehen  gedachte  (Ol.  III
§4:  tou?  ße/pi  wevuc  -/.ai  Tevtapax,ovTa  etwv  aurob?  2  sp.ßai'veiv),  obwohl
es  einen  Zug  nach  dem  thrakischen  Cherronesos  galt,  und
nicht  wie  im  vorliegenden  Falle  nach  Olynth  und  Euboea  oder,
wie  Müller  will,  bloss  nach  Euboea,  von  wo  man  in  längstens

1  Vgl.  Phil.  I§20:  xoci  omog  p)  Tcotrjarjxs,  o  rcoXXax  t?  u[j.a<;  l'ßXa^ev  Tcavx’  sXaxxco
vop£ovxs<;  efvai  xoü  osovto;  xai  xa  (j-syiax’  iv  xot?  t[i7)cpt<i|j.aaiv  atpotipvoi,
hzX  xto  7:paxx£tv  ouoe  xa  pxpa  Ttoiefxe,  und  Ol.  I  §  28:  rcavxa  8rj  xauxa  oet
cruviBovxa^  a^avxa?  ßorjOstv.
2  aaxou?  verlangte  für  auxou;  Nauck  im  Bulletin  de  l’Academie  de  St.  Petersbourg
  tom.  VI  p.  51,  eine  Conjectur,  welche  durch  die  vorher  (S.  25  ff.)
ausgeschriebenen  Stellen  über  persönliehen  Kriegsdienst,  wo  nirgends
das  Wort  aaxo(  gebraucht  ist,  widerlegt  wird.
            
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