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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 87. Band, (Jahrgang 1877)

Demosthenisclie  Studien.

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aber  von  allem  Anfang  der  Wunsch  der  Olynthier  gewesen
und  sie  ihn  nicht  erst  gefasst  und  durch  die  letzte  Gesandtschaft ­
  geäussert  (ire^ai  ßov^Oeiav,  [j.y]  qevr/.’jv,  iW  autwv  AOrjvaiwv),
nachdem  sie  vielleicht  unter  dem  Hader  des  Chares  und  Charidemos
  gelitten,  ist  selbstverständlich.  Hatten  sie  ja  berechtigten ­
  Anspruch  darauf,  und  die  Nichterfüllung  dieser  Pflicht
mochte  die  philippische  Partei  in  Olynth  gegen  Athen  geltend
machen.  1
Die  Athener  waren  ihrer  Verpflichtung  nachzukommen
besten  Willens.  Das  gesteht  ihnen  selbst  Demosthenes  zu,  nur
fehlte  es  an  den  Geldmitteln  für  die  Ausführung.  Indem  sie
thaten,  was  sie  zu  thun  im  Stande  waren,  sandten  sie  bald
nach  Abschluss  des  Bündnisses  mit  Olynth,  welches,  wie  in  der
Abhandlung  ,Demosthenisclie  Anträge'  nachgewiesen  wurde,  in
den  Anfang  des  Jahres  350,  01.  107,  2  unter  das  Archontat  des
Theellos 2  zu  setzen  ist,  Chares  und  wohl  gleichzeitig  Charidemos
  mit  ihren  Söldnern,  indem  sie  die  unter  Chares’  Führung
stehende  Macht  um  acht  in  Athen  bemannte  Trieren  verstärkten
und  zu  Charidemos  von  Euboea  aus  ein  Detachement  von
150  Reitern  stossen  Hessen,  so  dass  beide  Corps  hauptsächlich
aus  Söldnern  bestanden.  Für  diese  aussergewöhnliclie  Finanznoth
bedarf  es  einer  Erklärung,  die  sich  ungezwungen  bei  unserem
Ansätze  des  Bündnisses,  das  mit  dem  Ausbruch  des  Krieges
wohl  zusammenfällt,  aus  der  Lage  Athens  im  Frühjahr  350  ergibt.

II.
In  einer  Processrede  aus  demosthenischer  Zeit,  welche  in
dem  Corpus  dieses  Redners  uns  erhalten  ist,  ohne  von  ihm
verfasst  zu  sein,  in  der  Rede  gegen  Neaera  §  3  S.  1346,  2  ff.
1  Grote  stützt  sich  auf  diese  Stelle,  um  darzuthun,  dass  der  ersten  olynthischen
  Rede  in  der  Reihe  der  Reden  der  letzte  Platz  gebühre,  indem
eine  solche  Verdächtigung  eine  längere  Zeit  seit  Abschluss  des  Bundesvertrages ­
  voraussetze.  Einer  solchen  Voraussetzung  ist  man  überhoben,
wenn  die  Olynthier  an  Stelle  des  Bürgerheeres,  das  sie  erwarteten,  mit
Söldnerhaufen  sich  zufrieden  geben  mussten.
2  Vgl.  über  Theellos  Carl  Curtius’  in  Jon.  Literaturzeitg.  1877,  Nr.  32,
            
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