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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 87. Band, (Jahrgang 1877)

Hume-Studien.  I.

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bisher  noch  zu  keiner  rechten  Klarheit  über  diesen  Punkt
kommen  können.  Da  nun  Hume  einige  Themen  aus  dem
Treatise  in  die  zweite  Bearbeitung  gar  nicht  mehr  aufgenommen
hat,  so  wird  ein  Versuch,  die  in  Rede  stehende  Frage  zur  Entscheidung ­
  zu  bringen,  zweierlei  zu  leisten  haben:  einerseits
müssen  allerdings  die  doppelten  Behandlungen  derselben  Gegenstände ­
  verglichen,  andererseits  aber  auch  die  nur  einmal
behandelten  Partien  untersucht  werden,  um  auf  Grund  dieser
Untersuchung  eine  Ansicht  darüber  zu  gewinnen,  was  Hume
veranlassen  konnte,  Gegenstände  von  hervorragender  Bedeutung ­
  nachträglich  aus  dem  Kreise  seiner  Betrachtungen  auszuschliessen.
  Zu  diesem  Zwecke  ist  jedoch  ein  genaues
Eingehen  auch  auf  Einzelheiten  erforderlich;  denn  man  beurtheilt
  eine  wissenschaftliche  Arbeit  nicht  nur  nach  der
Qualität  des  Resultats,  sondern  auch  nach  der  Qualität  der
Erwägungen  und  Beweise,  welche  ihm  vorangehen,  —  und
dies  war  der  Beweggrund,  der  den  Verfasser  dieser  Studie
veranlasste,  die  Kritik  der  Hume’schen  Abstractionstheorie  bis
zur  Ermüdung  ins  Detail  zu  führen.  Das  Abstractionscapitel
ist  eben  eines  von  den  nachher  fallen  gelassenen,  und  der
Verfasser  hat  es  sich  in  der  vorliegenden  Arbeit  zur  Aufgabe
gemacht,  Material  zur  entscheidenden  Lösung  der  Redactionenfrage ­
  wenigstens  in  Bezug  auf  die  hier  behandelte  Partie  beizubringen. ­
  Erst  wenn  auch  die  übrigen  in  dieser  Hinsicht  in
Betracht  kommenden  Abschnitte  des  Treatise  einer  ebenso
eingehenden  Betrachtung  unterzogen  sind,  wird  an  einen  endlichen, ­
  dann  aber  auch  abschliessenden  Austrag  der  in  Rede
stehenden  Angelegenheit  zu  denken  sein;  und  die  Geschichtschreiber ­
  der  Philosophie  thäten  wohl  hier,  wie  noch  in  manchen ­
  anderen  Fällen,  besser  daran,  ihre  Kräfte  zunächst  den
Vorarbeiten  zuzuwenden,  statt  gleich  von  vorn  herein  sich  eine
Auffassung  des  Ganzen  zurecht  zu  legen,  die,  eben  weil  ihr
die  Grundlage  fehlt,  von  Willkürliehkeiten  wohl  niemals  frei
sein  kann.
Eines  aber  können  wir,  ohne  den  Ergebnissen  der  Einzeluntersuchung ­
  vorzugreifen,  schon  jetzt  aussprechen,  und  es  ist
vielleicht  nicht  überflüssig,  am  Schlüsse  einer  vorwiegend  verwerfenden ­
  Beurtheilung  dies  ausdrücklich  hervorzuheben:  Gesetzt, ­
  die  ablehnende  Haltung,  die  Hume  in  der  Folge  seinem
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