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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 87. Band, (Jahrgang 1877)

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M  e  i  n  o  n  g.

wenn  auch  gegen  die  Kritik  im  Allgemeinen  nichts  einzuwenden ­
  ist,  so  scheint  doch  ein  anderer  Vorwurf  die  vorliegende
Studie  mit  um  so  mehr  Recht  zu  treffen.  Wenn  es  sich  nur
darum  handelte,  die  Unhaltbarkeit  der  Hume’schen  Ansichten
über  Abstraction  darzuthun,  wäre  diese  Absicht  nicht  auf  viel
kürzerem  Wege  zu  erreichen  gewesen?  War  es  denn  dazu
nöthig,  auf  Locke  zurückzugehen,  eingehend  bei  Berkeley  zu
verweilen,  ja  eine  Zeit  lang  ganz  ohne  Rücksicht  auf  historische ­
  Facta  von  Inhalt  und  Umfang  und  deren  Verhältniss
zu  handeln?  Und  was  Hume  selbst  anlangt,  welches  Interesse
konnte  es  haben,  alle  Fehler  in  seinem  Raisonnement  namhaft
zu  machen,  wo  doch  einer  genügt  hätte,  das  Resultat  umzustossen?

In  der  That,  wäre  es  uns  nur  um  Widerlegung  Ilume’s
zu  thun  gewesen,  wir  müssten  auf  all  diese  Fragen  die  Antwort ­
  schuldig  bleiben.  Indessen  waren  es,  wie  schon  eingangs
angedeutet,  zwei  viel  weitere  Gesichtspunkte,  denen  wir  in
dieser  Studie  Rechnung  trugen  und  bei  dem  essayistisch-monographischen ­
  Charakter  derselben  wohl  auch  Rechnung  tragen
durften.  Die  beiden  Gesichtspunkte,  die  wir  meinen,  sind  der
sachliche  und  der  historische,  von  denen  für  uns  keiner  dem
anderen  an  Wichtigkeit  nachstand.  Um  des  ersteren  willen
wurde,  namentlich  in  dem  hauptsächlich  Berkeley  gewidmeten
Theile  der  Arbeit,  Manches  aufgenommen  und  ausgeführt,  an
dem  historisch  wenig  mehr  aufzuklären  war;  aus  demselben
Grunde  wurde  einmal  die  historisch-kritische  Darstellungsweise
ganz  fallen  gelassen,  weil  zu  hoffen  war,  so  einige  der  wichtigsten ­
  Fragen  rascher  zum  Austrag  zu  bringen.  Dagegen  war  es
wieder  das  historische  Interesse,  das  uns  schon  bei  manchen
Stellen  aus  Berkeley  zu  verweilen  zwang,  zumal  sich  ergab,
dass  über  seine  Beziehungen  zu  Hume  noch  manche  irrige  Ansicht ­
  herrsche;  und  dieser  Gesichtspunkt  ist  es  denn  auch  vor
Allem,  von  dem  aus  unser  Vorgehen  in  Betreff  der  Hume’schen
Hypothese  wohl  zu  rechtfertigen  sein  wird.
Bekanntlich  hat  Hume  sein  Jugendwerk,  den  /l'reatise
on  the  human  nature'  später  einer  gründlichen  Umarbeitung
unterzogen.  Zwar  liegen  über  das  Verhältniss  der  ersten  und
zweiten  Fassung  seiner  Ansichten  die  unzweideutigsten  Aeusseruhgen
  von  Seiten  des  Autors  selbst  vor;  trotzdem  hat  man
            
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