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M e i n o n g.
wenn auch gegen die Kritik im Allgemeinen nichts einzuwenden
ist, so scheint doch ein anderer Vorwurf die vorliegende
Studie mit um so mehr Recht zu treffen. Wenn es sich nur
darum handelte, die Unhaltbarkeit der Hume’schen Ansichten
über Abstraction darzuthun, wäre diese Absicht nicht auf viel
kürzerem Wege zu erreichen gewesen? War es denn dazu
nöthig, auf Locke zurückzugehen, eingehend bei Berkeley zu
verweilen, ja eine Zeit lang ganz ohne Rücksicht auf historische
Facta von Inhalt und Umfang und deren Verhältniss
zu handeln? Und was Hume selbst anlangt, welches Interesse
konnte es haben, alle Fehler in seinem Raisonnement namhaft
zu machen, wo doch einer genügt hätte, das Resultat umzustossen?
In der That, wäre es uns nur um Widerlegung Ilume’s
zu thun gewesen, wir müssten auf all diese Fragen die Antwort
schuldig bleiben. Indessen waren es, wie schon eingangs
angedeutet, zwei viel weitere Gesichtspunkte, denen wir in
dieser Studie Rechnung trugen und bei dem essayistisch-monographischen
Charakter derselben wohl auch Rechnung tragen
durften. Die beiden Gesichtspunkte, die wir meinen, sind der
sachliche und der historische, von denen für uns keiner dem
anderen an Wichtigkeit nachstand. Um des ersteren willen
wurde, namentlich in dem hauptsächlich Berkeley gewidmeten
Theile der Arbeit, Manches aufgenommen und ausgeführt, an
dem historisch wenig mehr aufzuklären war; aus demselben
Grunde wurde einmal die historisch-kritische Darstellungsweise
ganz fallen gelassen, weil zu hoffen war, so einige der wichtigsten
Fragen rascher zum Austrag zu bringen. Dagegen war es
wieder das historische Interesse, das uns schon bei manchen
Stellen aus Berkeley zu verweilen zwang, zumal sich ergab,
dass über seine Beziehungen zu Hume noch manche irrige Ansicht
herrsche; und dieser Gesichtspunkt ist es denn auch vor
Allem, von dem aus unser Vorgehen in Betreff der Hume’schen
Hypothese wohl zu rechtfertigen sein wird.
Bekanntlich hat Hume sein Jugendwerk, den /l'reatise
on the human nature' später einer gründlichen Umarbeitung
unterzogen. Zwar liegen über das Verhältniss der ersten und
zweiten Fassung seiner Ansichten die unzweideutigsten Aeusseruhgen
von Seiten des Autors selbst vor; trotzdem hat man