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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 87. Band, (Jahrgang 1877)

M  e  i  n  o  n  g.

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schwärzen  oder  unsere  Augen  afficiren,  nicht  einmal  diese
Buchstaben  als  im  Geiste  wahrgenommen,  oder  dieser  Schall
als  in  Gedanken  ausgesprochen,  sondern  dieser  Schall  oder
diese  Buchstaben  als  mit  einer  doppelten  Eigentümlichkeit
versehen,  sobald  wir  sie  wahrnehmen  oder  uns  vergegenwärtigen, ­
  nämlich  der  Eigenschaft,  in  uns  die  Bilder  der  zu  einer
bestimmten  Classe  gehörigen  Individuen,  und  nur  dieser  zu  erwecken, ­
  —  ferner  der  Eigenschaft,  jedesmal  wieder  zu  entstehen,
wenn  ein  Individuum  dieser  selben  Classe,  und  nur,  wenn  ein
Individuum  dieser  Classe  sich  unserem  Gedächtniss  oder  unserer
Erfahrung  darbietet/ 1  So  entspricht  der  Name  ,der  gemeinsamen ­
  und  unterscheidenden  Qualität,  welche  die  Classe  constituirt
  und  von  andern  trennt,  und  entspricht  allein  dieser
Qualität  ...  In  dieser  Weise  ist  er  ihr  geistiger  Repräsentant
und  erweist  sich  als  Substitut  einer  Erfahrung,  die  uns  versagt ­
  ist'. 2  Denn  ,wir  können  in  unserem  Geiste  die  allgemeinen
Qualitäten  isolirt  weder  percipiren,  noch  behalten  ....  Wir
machen'  daher  ,einen  Umweg;  wir  associiren  an  jede  abstracte
und  allgemeine  Qualität  ein  kleines  particuläres  und  complexes
Ereigniss,  einen  Ton,  eine  Figur,  leicht  vorzustellen  und  zu
reproduciren, 3  wir  gestalten  diese  Association  so  exact  und  so
eng,  dass  in  der  Folge  die  Qualität  in  den  Dingen  nicht  erscheinen ­
  oder  fehlen  kann,  ohne  dass  der  Name  in  unserem
Geiste  erscheint  oder  fehlt  und  umgekehrt'. 1  ,Handelt  es  sich,'
also  ,um  eine  allgemeine  Qualität,  von  der  wir  weder  eine  Erfahrung ­
  noch  sensible  Vorstellung  haben  können,  so  substituiren
wir  der  unmöglichen  Vorstellung  einen  Namen,  und  thun  das  mit
vollem  Recht.  Er  hat  dieselben  Verwandtschaften  und  dieselben
Gegensätze,  wie  die  Vorstellung,  dieselben  Hindernisse  und  Bedingungen ­
  der  Existenz,  dieselbe  Ausdehnung  und  dieselben
Grenzen  des  Auftretens  .  .  .‘ 5  ,Eine  allgemeine  oder  abstracte
Idee  ist'  somit  ,ein  Name,  nichts  als  ein  Name,  der  bezeichnende ­
  und  verstandene  Name  einer  Classe  ähnlicher  Individuen,

1  ibid.  S.  35.
2  ibid.  S.  36  f.
3  Wir  associiren  also  wohl  eine  Vorstellung,  die  wir  haben,  an  etwas,  das
wir  nicht  haben?
4  ibid.  S.  37.
5  ibid.  S.  38.
            
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