M e i n o n g.
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schwärzen oder unsere Augen afficiren, nicht einmal diese
Buchstaben als im Geiste wahrgenommen, oder dieser Schall
als in Gedanken ausgesprochen, sondern dieser Schall oder
diese Buchstaben als mit einer doppelten Eigentümlichkeit
versehen, sobald wir sie wahrnehmen oder uns vergegenwärtigen,
nämlich der Eigenschaft, in uns die Bilder der zu einer
bestimmten Classe gehörigen Individuen, und nur dieser zu erwecken,
— ferner der Eigenschaft, jedesmal wieder zu entstehen,
wenn ein Individuum dieser selben Classe, und nur, wenn ein
Individuum dieser Classe sich unserem Gedächtniss oder unserer
Erfahrung darbietet/ 1 So entspricht der Name ,der gemeinsamen
und unterscheidenden Qualität, welche die Classe constituirt
und von andern trennt, und entspricht allein dieser
Qualität ... In dieser Weise ist er ihr geistiger Repräsentant
und erweist sich als Substitut einer Erfahrung, die uns versagt
ist'. 2 Denn ,wir können in unserem Geiste die allgemeinen
Qualitäten isolirt weder percipiren, noch behalten .... Wir
machen' daher ,einen Umweg; wir associiren an jede abstracte
und allgemeine Qualität ein kleines particuläres und complexes
Ereigniss, einen Ton, eine Figur, leicht vorzustellen und zu
reproduciren, 3 wir gestalten diese Association so exact und so
eng, dass in der Folge die Qualität in den Dingen nicht erscheinen
oder fehlen kann, ohne dass der Name in unserem
Geiste erscheint oder fehlt und umgekehrt'. 1 ,Handelt es sich,'
also ,um eine allgemeine Qualität, von der wir weder eine Erfahrung
noch sensible Vorstellung haben können, so substituiren
wir der unmöglichen Vorstellung einen Namen, und thun das mit
vollem Recht. Er hat dieselben Verwandtschaften und dieselben
Gegensätze, wie die Vorstellung, dieselben Hindernisse und Bedingungen
der Existenz, dieselbe Ausdehnung und dieselben
Grenzen des Auftretens . . .‘ 5 ,Eine allgemeine oder abstracte
Idee ist' somit ,ein Name, nichts als ein Name, der bezeichnende
und verstandene Name einer Classe ähnlicher Individuen,
1 ibid. S. 35.
2 ibid. S. 36 f.
3 Wir associiren also wohl eine Vorstellung, die wir haben, an etwas, das
wir nicht haben?
4 ibid. S. 37.
5 ibid. S. 38.