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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 87. Band, (Jahrgang 1877)

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M  e  i  n  o  n  g.

bezeichnet  wird,  und  diese  complexe  Idee  des  Individuums,
verwachsen  mit  einer  andern,  einer  dritten  derselben  Art  u.  s.  f.
ohne  Ende  ist  das  andere  der  dadurch  bezeichneten  Dinge.  So
bezeichnet  das  Wort  Rose  vor  Allem  einen  bestimmten  Geruch, ­
  bestimmte  Farbe,  Gestalt,  Consistenz,  so  associirt,  dass
sie  eine  Idee,  die  des  Individuums,  ausmachen;  ferner  bezeichnet ­
  es  dieses  Individuum,  associirt  mit  einem  andern,
einem  dritten,  vierten  u.  s.  f.,  mit  einem  Wort,  es  bezeichnet
die  Classe.'  1
Gerade  die  letzten  Zusammenfassungen  legen  den  Vergleich ­
  mit  Hume  ungemein  nahe.  Wie  bei  diesem  haben  wir
auch  bei  James  Mill  den  Versuch  vor  uns,  die  Verallgemeinerung ­
  als  speciellen  Fall  der  Ideenassociation  zu  erweisen;  wie
dort,  so  ist  hier  der  Name  zunächst  an  das  Individuum  geknüpft
und  erweckt  auch  jederzeit  zunächst  die  concrete  Iudividualvorstellung
  mit  all  ihren  Bestimmungen;  wie  dort,  so  schliesst
sich  hier  an  diese  ein  eigentümliches  psychisches  Phänomen,
das  vermöge  der  concurrirenden  Association  verschiedener  Individualbegriffe ­
  an  denselben  Namen  entsteht,  und  dem  in  Folge
der  grossen  Anzahl  dieser  Individualia  eine  gewisse  Unklarheit
anhaftet,  was  Hume  als  blos  virtuelle  Gegenwart  der  Einzelvorstellungen, ­
  Mill  als  Indistinctheit  seiner  complexen  Idee
bezeichnet.  Natürlich  liegt  uns  eine  Kritik  Mill’s  hier  völlig
fern;  so  viel  kann  man  jedoch  schon  auf  den  ersten  Blick  erkennen, ­
  dass  Hume  ihm  wenigstens  in  einem  Punkte  überlegen ­
  scheint:  er  hat  auf  die  zum  Zustandekommen  einer
geregelten  Association  notwendig  erforderliche  Aehnlichkeit
der  Individuen  hingewiesen,  die  James  Mill  völlig  ausser  Acht
gelassen  hat.
Mancher  Leser  wird  vielleicht  ein  wenig  befremdet  sein,
an  zweiter  und  letzter  Stelle  in  diesem  Zusammenhänge  den
Namen  H.  Taine’s  anzutreffen.  Er  gedenkt  wohl  der  Charakteristik, ­
  die  der  Verfasser  des  ,Positivisme  anglais'  in  seiner
etwas  rhetorischen  Weise  von  der  Abstraction  gegeben  hat.
,Eine  neue  Fähigkeit  erscheint',  sagt  er  unter  Anderem  in  der

1  ibid.  S.  266.
            
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