Hume-Studien. I.
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zwar nicht in der Zahl der Theile, wie Locke meinte, sondern
im Verhältniss der Vorstellungselemente zu einander und zum
vorstellenden Subjecte, — aber der Unterschied zwischen diesen
Begriffen, den concreten einerseits, den von uns abstract genannten
andererseits, ist unverkennbar. Nach Mill’s eigener
Theorie ist demgemäss ,die Allgemeinheit nicht nur ein Attribut
der Namen, sondern sie ist auch ein Attribut der Ideen. Die
äusseren Objecte sind alle individuell, aber jedem Namen entspricht
ein allgemeiner Begriff', — das ist aber wörtlich genau
die Charakteristik, welche Mill selbst 1 von den Conceptualisten
entwirft, zu deren Gegnern er sich bekennt.
Es versteht sich, dass, wenn es sich bei der ganzen Angelegenheit
nur um Namen handelte', eine eingehende Erörterung
hier um so weniger motivift gewesen wäre, als sich ja
die Anwendung der Bezeichnung ,Nominalismus', für die Mill
eine begreifliche Vorliebe haben konnte, auf seine Theorie in
gewissem Sinne wenigstens rechtfertigen liesse. Aber dieser
Sinn wäre eben einer, den sonst weder J. St. Mill selbst noch
jemand Anderer gewöhnlich mit diesem Worte verbindet, und
darum kann die Behauptung, Mill sei ein Nominalist, auch wenn
sie von ihm selbst ausgeht, nicht anders als irrig genannt
werden.
Das Eine scheint also ausser Frage: Auf J. St. Mill’s
Ansichten über Abstraction und Verallgemeinerung hat Hume
keinen nennenswerthen Einfluss zu gewinnen vermocht. Sollte
es mit den übrigen Anhängern des Nominalismus ebenso bewandt,
sollte für sie Hume’s Theorie wirklich so überwunden
sein, dass nichts auf ihn zurückweist, als etwa der Name, den
sie sich beilegen?
Man könnte in der Meinung, dass dem so sei, durch eine
Bemerkung A. Bain’s noch bestärkt werden. ,Wir sind fähig/
sagt dieser, 2 ,auf die Punkte der UebereinStimmung ähnlicher
Dinge zu achten, und die Differenzpunkte zu vernachlässigen;
so wenn wir an das Licht leuchtender, oder an die Rundheit
runder Körper denken, — diese Kraft heisst Abstraction'. Aber
1 Examination, a. a. O. S. 359 f.
2 Mental and moral Science b. II ch. V §. 2 S. 176.