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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 87. Band, (Jahrgang 1877)

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M  e  i  n  o  n  g.

fehlt  es  ist,  als  ein  Schritt  und  zwar  einer  der  ersten  Schritte
in  der  Richtung-  zu  betrachten,  die  seit  Hume  für  die  Entwickelung ­
  der  empirischen  Schule  von  entscheidenstem  Belang
geworden  ist,  indem  sie  deren  Philosophie  im  eigentlichen  Sinne
zu  einer  Philosophie  der  Jdeenassociation  gemacht  hat.  Wenn
J.  St.  Rlill  gerade  bei  der  Erörterung  der  auf  die  Abstraction
bezüglichen  Fragen  sich  zu  dem  Ausspruche  gedrängt  fühlt,_
,dass  es  in  der  Psychologie  nichts  Universelles  gibt,  ausser
den  Gesetzen  der  Association', 1  so  ist  dies  nicht  nur  höchst
bezeichnend  für  die  denn  doch  über  Gebühr  grosse  Rolle,
welche  dieses,  gewiss  höchst  bedeutungsvolle,  Princip  in  der
englischen  Psychologie  der  Gegenwart  spielt,  sondern  es  beleuchtet ­
  zugleich  in  unverkennbarer  Weise  den  Einfluss,  den
Hume  im  Laufe  eines  Jahrhunderts  auf  das  Denken  seiner
Landsleute  zu  nehmen  vermochte.  Denn  es  bedarf  nur  noch
eines  Blickes  auf  die  Weise,  in  der  noch  J.  Locke  am  Ende
des  zweiten  Buches  seines  Essay  die  Phänomene  der  Ideenassociation ­
  behandelt,  um  zu  erkennen,  wie  Hume  es  war,  der
zu  einer  wissenschaftlichen  Verwerthung  der  Association  zur
Erklärung  anderer  psychischer  Erscheinungen  erst  recht  eigentlich ­
  den  Anstoss  gegeben  hat.
Bezieht  sich  das  eben  Gesagte  zwar  nicht  nur  auf  Hume’s
Abstractionstheorie,  doch  sicher  auch  auf  diese,  so  muss
zweitens  unter  alleiniger  Rücksicht  auf  letztere  noch  einmal
an  das  erinnert  werden,  was  schon  oben  2  über  das  Verhältniss
Hume’s  zu  Berkeley  festgestellt  wurde.  Wenn  heute  unter  den
englischen  Empirikern  der  Nominalismus  als  die  herrschende
Lehre  gilt,  so  ist  das  eine  Thatsache,  die,  wie  wir  wissen,  zunächst ­
  nicht  auf  die  berühmte  Einleitung  in  Berkeley’s  Abhandlung, ­
  sondern  auf  die  hier  von  uns  geprüften  Ausführungen
Hume’s  zurückweist.
Freilich,  wer  den  modernen  englischen  Nominalismus  nach
dem  beurtheilen  wollte,  was  J.  St.  Mill,  der  sich  selbst  auch
unter  die  Nominalisten  zählt,  über  Abstracta  sagt,  der  könnte
leicht  zu  der  Meinung  gelangen,  dass  dieser  ,Nominalismus'

1  Examination  ch.  XVII,  a.  a.  O.  S.  379.
2  S.  218  ff.
            
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