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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 87. Band, (Jahrgang 1877)

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M  e  i  n  o  n  g.

legenheit  hatten,  eine  Idee  von  einem  Individuum  noch  lange
keine  Individualidee;  aber  nur,  wenn  dies  der  Fall  wäre,  liesse
sich  von  der  durchgängigen  Individualität  der  Dinge  auf  die
der  Ideen  scliliessen.
Was  noch  an  diesem  Beweise  als  befremdlich  in  die  Augen
fällt,  ist  der  ausdrückliche  Gegensatz,  in  den  liier  Realität  und
Idealität  gestellt  sind,  und  der  Hume’s  sonstigen  Ansichten  über
diesen  Punkt  kaum  zu  entsprechen  scheint.  Da  uns  jedoch
Hume’s  Metaphysik  erst  später  beschäftigen  wird,  müssen  wir
uns  hier  begnügen,  auf  das  Auffallende  dieser  Thatsache  hingewiesen ­
  zu  haben.
Schauen  wir  einen  Augenblick  auf  die  Resultate  unserer
bisherigen  Betrachtungen  zurück,  so  müssen  wir  dieselben  als
durchaus  negativ  bezeichnen.  Die  These,  die  Hume  aufstellt,
um  Berkeley’s  Verwerfung  aller  abstracten  Ideen  neu  und  abschliessend ­
  zu  begründen,  hat  sich  hiefür  als  zu  schwach,  die
zu  Gunsten  dieser  These  vorgebrachten  Argumente  haben  sich
aus  den  verschiedensten  Gründen  als  ungeeignet  erwiesen,  das
unmittelbar  zu  Beweisende,  —  noch  ungeeigneter,  das  mittelbar ­
  zu  Beweisende  zu  stützen.  Aber  wir  haben  Berkeley’s
Polemik  gegen  Locke’s  Ansichten  in  der  Hauptsache  als  berechtigt ­
  anerkennen  müssen;  hat  also  auch  Hume  zu  dieser
Polemik  nichts  Neues  hinzubringen  können,  was  haltbar  wäre,
so  berechtigt  uns  dies,  vom  historischen  Interesse  ganz  abgesehen, ­
  auch  sachlich  noch  keineswegs,  Hume’s  Versuch,  die
Theorie  Berkeley’s  auch  nach  der  positiven  Seite  hin  auszubilden, ­
  einfach  unberücksichtigt  zu  lassen,  und  dies  um  so
weniger,  als  sich  Berkeley’s  Positionen  gerade  als  der  schwächere ­
  Theil  seiner  Ausführungen  herausgestellt  haben.
Die  Erscheinung,  um  deren  Erklärung  es  sich  handelt,
ist,  wie  wir  wissen,  die,  dass  die  nach  Hume’s  Meinung  als

object,  that  is  possessed  of  quantity  and  quality,  and  yet  is  possessed  of  no
precise  degree  of  either;  it  follows  that  there  is  an  equal  irapossibility
of  forming  an  idea,  that  is  not  limited  and  confined  in  both  tliese  particulars“
  (a.  a.  0.  S.  327).  Bezieht  sich  hier  das  ,that‘  im  Vordersätze,
wie  wohl  am  natürlichsten  wäre,  auf  ,object 1 ,  so  ist  der  Satz  richtig,  aber
für  Hume  unbrauchbar;  bezieht  es  sich  dagegen  auf  ,idea‘,  so  stimmt  er
zu  Hume’s  Absicht,  ist  aber  falsch.
            
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