Hume-Studien. I.
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Extrem, zu dem sich glücklicher Weise keiner seiner Nachfolger
vorgewagt hat; im Uebrigen aber erweisen sich bei ihm
die Namen zum Zustandekommen der Allgemeinbegriffe noch
gar nicht als wesentlich, — wir sind somit genöthigt, ihm eine
Mittelstellung zwischen den Vertretern des Nominalismus
und Conceptualismus zuzuerkennen.
Um Berkeley’s Abstractionslehre richtig zu verstehen und
zu würdigen, muss man wohl stets vor Augen behalten, dass
sie doch vor Allem ein Stadium des Ueberganges, der Entwicklung
repräsentirt, das, mochte es vielleicht auch bestimmt
sein, zu namhaften Erfolgen zu führen, doch in sich den
Charakter des Unfertigen nicht verleugnen konnte. In Locke
finden wir noch den alten Nominalismus, der sich seines Gegensatzes
gegen den Realismus noch wohl bewusst ist, vereinbar
und vereinigt mit dem Conceptualismus; Berkeley vermittelt
den Uebergang von dem alten Nominalismus zum neuen, dem
der Gegensatz gegen den Conceptualismus wesentlich ist, —
aber er steht selbst noch mit einem Fusse auf dem Boden, den
er durch seinen Angriff auf die abstracten Ideen zu erschüttern
sucht, ja er bringt selbst Gedanken zur Geltung, die, gehörig
entwickelt, vielleicht geeignet sein könnten, gerade dem Conceptualismus
eine unerschütterliche Grundlage zu geben. Man
kann demnach noch in einem anderen Sinne die eben ausgesprochene
Behauptung wiederholen, dass Berkeley in der Mitte
zwischen den sich bekämpfenden Ansichten stehe, in dem Sinne
nämlich, dass er gewissermassen Ansätze zu beiden Theorien
in sich schliesst.
Aber nach dem Keime lässt sich eben keine Frucht beurtheilen,
und so war es denn nöthig, dass seine Lehre erst
eine geeignete Fortbildung erfahre, wenn sich ergeben sollte,
ob er den rechten Weg gewiesen oder nicht. Ein solcher Fortbildner
hat sich gefunden, und zwar in der Person des Schotten
David Hume, dessen Aufstellungen wir uns nunmehr zuwenden.