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Meinong.
zum Theil mit Rücksicht auf diese Frage, dass wir des Irländers
Aufstellungen über allgemeine Namen in das Bereich unserer
Darstellung und Kritik zogen, — nun haben wir das Material
vor uns, die Entscheidung wird also rasch erfolgen können.
Man hat sich so sehr gewöhnt, Berkeley als einen der
hervorragendsten Begründer des modernen Nominalismus zu
betrachten, dass man gar nichts Auffallendes darin findet, wenn
z. B. Hamilton ihn kurzweg den ,zweiten grossen Nominalisten*
nennt, 1 oder Kuno Fischer den Satz ausspricht: ,Unter den
neueren Philosophen ist die nominalistische Denkweise einheimisch,
aber sie ist von Keinem so sehr in den Vordergrund
aller philosophischen Betrachtung gerückt, so grundsätzlich
geltend gemacht worden als von Berkeley*. 2 In der That, dass
alle nominalistischen Theorien dieses wie des vorigen Jahrhunderts
an Berkeley anknüpfen, ist sicher; aber das allein
könnte doch wohl nicht ausreichen, um ihü selbst als Nominalisten
zu erweisen. Blickt man dagegen auf seine Lehre,
so stellen sich dem Nachweis sofort Hindernisse entgegen.
Freilich, wer mit Hamilton jene Ansicht nominalistisch nennt,
die behauptet, ,dass jeder Begriff, für sich betrachtet, particulär
ist, aber allgemein wird durch die Intention des Gemüthes,
ihn jeden ihm ähnlichen Begriff repräsentiren zu lassen*, 3 der
muss mit ihm auch den irischen Philosophen in die Classe der
Nominalisten einreihen, und Alles ist in diesem Falle klar
und gerechtfertigt, nur nicht der Name Nominalist selbst, da
die Worte bei einer solchen Theorie gar keine wesentliche
Rolle spielen. Daher dürfte es sich mehr empfehlen, mit
J. St. Mill unter Nominalisten jene zu verstehen, die ,behaupten,
es gebe nichts Universelles als Namen*; 4 und nun muss sogleich
jedem einleuchten, dass Berkeley in diese Classe nicht gehört,
denn er kennt zwar allgemeine Namen, aber er kennt auch,
wie wir fänden, allgemeine Ideen. Allerdings, insofern es bei
ihm Erkenntnisse gibt durch Worte, denen gar keine Ideen
zu Grunde liegen, insofern ist er Nominalist bis zu einem
1 Lect. vol. II S. 305.
2 Francis Bacon S. 703.
3 a. a. O. vol. II, S. 297.
4 Examination, ch. XVII, a. a. O. S. 359.