TTurao-Studien. I.
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Von diesen beiden Classen ist die erste, als die bei Weitem
umfangreichste, vor Allem wichtig. Hierher gehörige Beispiele
sind die oben gegebenen vom Freunde, vom Apfel, vom Schreiner.
Zur völligen Klarstellung mögen hier noch einige Bemerkungen
Platz finden: Dass das Correlat hier immer individuell ist,
also eine Verwechslung verhindert, dafür bürgt schon seine
Natur als Concretum. Nicht dasselbe kann von jeder Relation
gelten. Sage ich: ,dieser Mensch' (den ich eben sehe oder
gestern gesehen habe), so ist die Persönlichkeit vollkommen bestimmt;
es liegt eine concrete Sinneswahrnehmung vor und ein
Object, das als deren Ursache gedacht wird, — diese Sinneswahrnehmung
konnte offenbar nur durch ein Object bewirkt
werden, wobei darüber, ob dieses Object etwa ein Collectiv
sei oder nicht, natürlich noch gar nicht präjudicirt ist. Das
Concretum kann auch in mittelbarer Relation zum Gegenstände
der Individualvorstellung stehen; so, wenn ich sage: Der Vater
dieses Menschen. Auch hier ist die Individualität des Begriffes
unzweifelhaft; hätte ich dagegen gesagt: Sohn dieses
Menschen, Nachbar dieses Menschen, so wären das zunächst
Allgemeinbegriffe, die zu ihrer Individualisirung noch einer
näheren Bestimmung bedürften. — Es ist übrigens ziemlich
selbstverständlich, dass es für den Charakter der in Rede stehenden
Begriffe ganz einerlei bleibt, ob das Vorgestellte ein
Ding oder ein blosses Attribut ist. Ein Beispiel der letzteren
Art ist, von dem oben geltend gemachten Bedenken abgesehen,
das von Hamilton erwähnte partieuläre Abstractum; in der That,
ob ich dieses Pult vorstelle, oder das Merkmal x dieses
Pultes, in jedem Falle kann sich die Vorstellung nur auf
einen Gegenstand beziehen.
Die zweite Art abstracter Individualbegriffe ist durch die
Beispiele vom weisesten Menschen und schönsten Stern wohl
genügend beleuchtet worden. Während in der vorigen Classe
dem Vorhandensein mehrerer Gegenstände meist nur unendlich
grosse Unwahrscheinlichkeit entgegen stand, ist dies hier
durch den Satz des Widerspruches ausgeschlossen. In der
Sprache entspricht diesen Vorstellungen, wie es scheint, eine
eigene Ausdrucksform, der Superlativus singularis des Adjectivs.
Hat sich demnach aus unserer Untersuchung ergeben,
dass nicht nur nicht alle, sondern nur die wenigsten Individual-Sitzungsber.
d. phil.-liiat. CI. LXXXVII. Bd. I. Hft. 14