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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 87. Band, (Jahrgang 1877)

TTurao-Studien.  I.

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Von  diesen  beiden  Classen  ist  die  erste,  als  die  bei  Weitem
umfangreichste,  vor  Allem  wichtig.  Hierher  gehörige  Beispiele
sind  die  oben  gegebenen  vom  Freunde,  vom  Apfel,  vom  Schreiner.
Zur  völligen  Klarstellung  mögen  hier  noch  einige  Bemerkungen
Platz  finden:  Dass  das  Correlat  hier  immer  individuell  ist,
also  eine  Verwechslung  verhindert,  dafür  bürgt  schon  seine
Natur  als  Concretum.  Nicht  dasselbe  kann  von  jeder  Relation
gelten.  Sage  ich:  ,dieser  Mensch'  (den  ich  eben  sehe  oder
gestern  gesehen  habe),  so  ist  die  Persönlichkeit  vollkommen  bestimmt; ­
  es  liegt  eine  concrete  Sinneswahrnehmung  vor  und  ein
Object,  das  als  deren  Ursache  gedacht  wird,  —  diese  Sinneswahrnehmung ­
  konnte  offenbar  nur  durch  ein  Object  bewirkt
werden,  wobei  darüber,  ob  dieses  Object  etwa  ein  Collectiv
sei  oder  nicht,  natürlich  noch  gar  nicht  präjudicirt  ist.  Das
Concretum  kann  auch  in  mittelbarer  Relation  zum  Gegenstände
der  Individualvorstellung  stehen;  so,  wenn  ich  sage:  Der  Vater
dieses  Menschen.  Auch  hier  ist  die  Individualität  des  Begriffes ­
  unzweifelhaft;  hätte  ich  dagegen  gesagt:  Sohn  dieses
Menschen,  Nachbar  dieses  Menschen,  so  wären  das  zunächst
Allgemeinbegriffe,  die  zu  ihrer  Individualisirung  noch  einer
näheren  Bestimmung  bedürften.  —  Es  ist  übrigens  ziemlich
selbstverständlich,  dass  es  für  den  Charakter  der  in  Rede  stehenden ­
  Begriffe  ganz  einerlei  bleibt,  ob  das  Vorgestellte  ein
Ding  oder  ein  blosses  Attribut  ist.  Ein  Beispiel  der  letzteren
Art  ist,  von  dem  oben  geltend  gemachten  Bedenken  abgesehen,
das  von  Hamilton  erwähnte  partieuläre  Abstractum;  in  der  That,
ob  ich  dieses  Pult  vorstelle,  oder  das  Merkmal  x  dieses
Pultes,  in  jedem  Falle  kann  sich  die  Vorstellung  nur  auf
einen  Gegenstand  beziehen.
Die  zweite  Art  abstracter  Individualbegriffe  ist  durch  die
Beispiele  vom  weisesten  Menschen  und  schönsten  Stern  wohl
genügend  beleuchtet  worden.  Während  in  der  vorigen  Classe
dem  Vorhandensein  mehrerer  Gegenstände  meist  nur  unendlich ­
  grosse  Unwahrscheinlichkeit  entgegen  stand,  ist  dies  hier
durch  den  Satz  des  Widerspruches  ausgeschlossen.  In  der
Sprache  entspricht  diesen  Vorstellungen,  wie  es  scheint,  eine
eigene  Ausdrucksform,  der  Superlativus  singularis  des  Adjectivs.
Hat  sich  demnach  aus  unserer  Untersuchung  ergeben,
dass  nicht  nur  nicht  alle,  sondern  nur  die  wenigsten  Individual-Sitzungsber.
  d.  phil.-liiat.  CI.  LXXXVII.  Bd.  I.  Hft.  14
            
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