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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 87. Band, (Jahrgang 1877)

M  e  i  n  o  n  g.

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eines  und  desselben  Menschen  in  diesem  Augenblicke  und  eine
halbe  Stunde  später  als  verschieden  betrachtet  werden'.  Nicht
einmal  absolute  Gleichheit  der  Empfindungen  ist  erforderlich; ­
  wir  betrachten  einen  Gegenstand  meist  auch  dann  noch
als  identisch,  wenn  wir  ihn  zu  verschiedener  Zeit  an  verschiedenen ­
  Orten  wahrnehmen,  und  so  wenig  geht  die  Gleichheit ­
  stets  mit  der  Identität  zusammen,  dass,  wenn  wir  die  betreffenden ­
  zwei  Perceptionen  einander  noch  ähnlicher  machen,
indem  wir  unter  Belassung  der  verschiedenen  Ortsbestimmungen ­
  die  Zeit  für  Beide  gleichsetzen,  gerade  dadurch  die  Identität ­
  aufgehoben  wird.  Bezüglich  der  Identität  bei  Gegenständen ­
  scheint  indessen  kaum  eine  Unklarheit  möglich,  —
wie  steht  es  aber  bei  den  Attributen?  Gesetzt,  wir  hätten
zwei  congruente  Dreiecke,  A  und  H;  ist  nun  die  Dreieckigkeit
von  Ä  identisch  mit  der  Dreieckigkeit  von  Bl  —  d.  h.  ist  die
Dreieckigkeit  von  A  die  Dreieckigkeit  von  Bl  Niemand  wird
bestreiten,  dass  A  fortbestehen  kann,  auch  wenn  B  vernichtet
ist,  —•  ebenso  wenig  wird  angefochten  werden,  dass  das  Attribut
an  seinem  Gegenstände  haftet,  mit  ihm  besteht,  aber  auch  mit
ihm  vergeht.  Gibt  es  nun  B  nicht  mehr,  so  existirt  auch  nicht
die  Dreieckigkeit  von  B,  dagegen  existirt  A  und  die  Dreieckigkeit ­
  von  A  ungestört  fort.  Nun  ist  aber  die  Dreieckigkeit
von  A  nach  Mill  die  Dreieckigkeit  von  B,  somit  existirt  dieselbe ­
  Dreieckigkeit  und  existirt  doch  wieder  nicht,  was  wohl
Niemand  für  möglich  zu  halten  geneigt  sein  wird.  —  Was  diese
dem  Anschein  nach  ziemlich  müssigen  Erörterungen  darthun
sollen,  ist  nur,  dass  wenn  man  bei  gleichen  Attributen  verschiedener ­
  Dinge  von  Identität  spricht,  damit  unmöglich  Identität ­
  im  strengen  Sinne  gemeint  sein  kann,  und  dass  es  ebenso
ungenau  ist,  die  allgemeine  Vorstellung  das  ,Eine  im  Mannigfaltigen' ­
  zu  nennen,  wie  Mill  thut.  Will  man  einmal  ein  Attribut
als  Individuum  betrachten,  so  muss  man  dann  auch  so  viele
attributive  Individuen  anerkennen,  als  es  reale  gibt;  Mill’s
,Abstraetum'  muss  daher  genau  so  weit  universell  bleiben,  als
das  zugehörige  ,Concretum'  allgemein  ist;  —  dies  war  auch
der  Grund,  weshalb  wir  schon  oben  (S.  199)  diese  ,Abstracta'
zu  den  allgemeinen  Namen'  rechneten.
Jedenfalls  ist  in  dieser  Frage  Hamilton  der  Wahrheit
näher  gekommen,  denn  er  hat  sich  im  Grunde  nur  in  der
            
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