Hume-Studien. I.
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Farbe und die auf diese bezügliche Gestalt doch dem Gebiete
des Gesichtssinnes angehört. Um was handelt es sich demnach,
all dies als richtig angenommen, wenn von Gestalt des
Pultes die Rede ist? Offenbar um eine Mehrheit, und damit
hat der abstracte Begriff aufgehört, ein individueller zu sein.
Wir haben zwar hier die Autorität J. St. Mill’s für uns
in Anspruch genommen; dennoch würde dieser unsere Objection
gegen seinen Gegner Hamilton schwerlich unterstützen.
Coincidirt wirklich z. B. die gesehene und getastete Gestalt vollständig,
so würde er wohl kein Bedenken tragen, beide nicht
nur für gleich, sondern für identisch zu nehmen. l)enn er
geht in dieser Richtung noch viel weiter. Indem er sich für
berechtigt hält, völlig gleiche Attribute für identisch zu
setzen, creirt auch er eine ganze Classe abstracter Individual!en,
abstract in seinem, folglich jedenfalls auch in unserem Sinne.
,Wenn nur ein Attribut/ meint er, 1 ,das weder Grades- noch
Artunterschiede zulässt, durch den Namen bezeichnet wird,
wie Sichtbarkeit, Greifbarkeit, Gleichheit, Viereckigkeit, Milchweisse,
— dann kann der Name kaum als ein allgemeiner betrachtet
werden; denn obgleich er ein Attribut vieler verschiedener
Objecte bezeichnet, so wird das Attribut selbst doch
immer als eines, nicht als eine Vielheit gedacht'. Ohne Frage
hat Mill hier den Sprachgebrauch in ganz ausserordentlichem
Umfange für sich. Täglich sagt man und hört man sagen,
diese und jene Dinge hätten dieselbe Grösse, dieselbe Farbe
u. s. f., — aber fast eben so oft kommt der Ausdruck gleiche
Farbe, gleiche Grösse etc. für dieselben Fälle vor, so dass
es doch höchst bedenklich erscheinen muss, sich blos auf die
erste Redeweise zu stützen, da die zweite doch hinlänglich
beweist, wie wenig der gemeine Gebrauch die Worte Identität
und Gleichheit auseinanderzuhalten weiss. Es bleibt also
nichts übrig, als sich den Sinn beider Namen selbst möglichst
deutlich zu machen. In der That, wollte man nichts identisch
nennen, was ,sich für unsere Sinne nicht durch dieselben Einzelempfindungen
kundgibt/ so müsste, wie Mill mit Recht gegenüber
Herbert Spencer geltend macht, 2 ,auch das Menschenthum
1 Logik Buch I Cap. II §. 4.
2 a. a. 0. Buch II Cap. II §. 4 Anmerkung.