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M e i n o n g.
liehen Sprachgebrauche keineswegs. Jedermann erkennt im
Gegenthcil bei geringer Ueberlegung, dass die Worte allgemein
und partieulär auf den Umfang, die Worte abstraot
und co n er et auf den Inhalt der Vorstellungen gehen. Allgemein
ist ein Begriff, dem mehrere Gegenstände entsprechen
oder doch entsprechen können, partieulär oder individuell hingegen
der, welcher ohne Widerspruch oder wenigstens ohne
unendlich grosse Unwahrscheinlichkeit eine Beziehung auf mehr
als ein Object nicht zulässt. 1 Auf der andern Seite liegt es
am nächsten, jeden Begriff abstract zu nennen, der als das
Resultat einer Abstraction erscheint, während jeder, an dem
noch nichts derartiges vorgegangen ist, als concret zu bezeichnen
sein wird. 2
Eine Definition von der Art wie die beiden letzten könnte
leicht ein idem per idem genannt werden, denn im Grunde
besagen Beide doch nicht mehr als: ,abstract heisst, was abstrahirt
ist', — allein jedenfalls ist dies das Naheliegendste
und schon dieser Umstand ist bei Divergenzen im Sprachgebrauch
ein Vortheil. Uebrigens kann aber auch nicht gut
daran gezweifelt werden, dass diese Definition für J. St. Mill
nicht minder massgebend gewesen ist. Er spricht sich zwar
(a. a. 0.) dagegen aus, ,den Ausdruck ,abstracter Name' auf
alle Namen anzuwenden, welche das Ergebniss der Abstraction
. . . sind', — was konnte ihn aber bestimmen, auch nur die
Namen der Atribute ,abstract' zu nennen, wenn nicht eben der
Umstand, dass diese als ,Ergebniss der Abstraction' gelten?
1 In den meisten Definitionen bleibt die physische Unmöglichkeit unberücksichtigt,
aber mit Unrecht, wie wir sehen werden. — Ungenügend
wäre es, den Individualbegriff als einen zu bestimmen, ,unter dem nur
ein Object vorgestellt wird 4 ; denn das gilt auch von jedem Allgemeinbegriff,
sofern er sich nicht etwa auf ein Collectiv bezieht. Sagt man:
,ein Mensch 4 , so stellt man sich gewiss nicht mehrere vor; aber jeder
Mensch kann dieser eine sein, der Begriff ist also ohne Frage universell.
2 Drobisch (neue Darstellung der Logik, 8. Aufl., Leipzig 1863, §. 19, S. 21 ff.)
bezieht abstract und concret, sowie allgemein und besonder auf Gattung
und Art, gebraucht diese Namen also relativ. Dagegen ist jedoch einzuwenden,
dass hiezu Bezeichnungen wie: allgemeiner und weniger allgemein,
abstracter und weniger abstract gewiss deutlicher wären, indess
andererseits in Folge jener Ausdrucksweise auch für die von uns individuell
und concret genannten Begriffe die Termini fehlen.