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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 87. Band, (Jahrgang 1877)

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M  e  i  n  o  n  g.

winkligen  Dreiecks  ist,  dessen  Seiten  von  einer  bestimmten
Länge  sind,  ich  nichtsdestoweniger  gewiss  sein  kann,  derselbe
Beweis  linde  Anwendung  auf  alle  anderen  geradlinigen  Dreiecke, ­
  von  welcher  Form  und  Grösse  dieselben  immer  sein
mögen,  und  zwar  darum,  weil  weder  der  rechte  Winkel,  noch
die  Gleichheit  zweier  Seiten,  noch  auch  die  bestimmte  Länge
der  Seiten  irgendwo  bei  der  Beweisführung  in  Betracht
gezogen  worden  sind'.  Uebrigens  liegt  auch  in  diesen
Worten  nur,  was  schon  die  erst  citirte  Stelle  enthält,  nämlich:
dass  es  in  unserer  Macht  liegt,  die  Aufmerksamkeit  bei
der  Betrachtung  eines  Individuums  in  solchem  Maasse  aut
einige  Merkmale  desselben  zu  concentriren,  dass  wir  in  Folge
dessen  von  den  übrigen  Attributen  absehen  können.  Wenn
sich  das  aber  so  verhält,  dann  ist  auch  ein  grosser  Theil  von
Berkeley’s  Polemik  völlig  gegenstandslos.  Denn  gehört  die
Aufmerksamkeit  auch  zu  jenen  Thatsachen  des  geistigen  Lebens,
für  deren  Erklärung  die  Psychologie  noch  am  allerwenigsten
gethan  hat,  so  kennen  wir  sie  doch,  Dank  der  inneren  Erfahrung, ­
  gut  genug,  dass  die  Frage  nach  der  Abstraction
wenigstens  als  gelöst  zu  betrachten  ist,  sobald  sich  diese,  wie
dem  Verfasser  kaum  zweifelhaft  sein  kann,  auf  die  Phänomene
der  Aufmerksamkeit  und  der  Ideenassociation  zurückführen  lässt.
Die  letzten  Erörterungen  haben  uns  von  Berkeley’s  negativen ­
  Aufstellungen  über  Abstraction  zu  dessen  positiven  über
Verallgemeinerung,  von  der  Frage  nach  dem  Inhalt  zur  Frage
nach  dem  Umfang  der  Begriffe,  sowie  dem  Verhältniss  von
Inhalt  und  Umfang  zu  einander  geführt,  einem  Thema,  über
das  auch  in  der  neueren  Logik  und  Psychologie  vielfach  noch
ziemliche  Unklarheit  herrscht.  Es  empfiehlt  sich  daher  wohl,
ehe  wir  in  der  Prüfung  Berkeley’s  fortfahren,  erst  selbst  ein
wenig  nach  Klarheit  zu  suchen.  Haben  wir  diese  einmal  gewonnen, ­
  dann  wird  auch  die  Beurtheilung  sowohl  Berkeley’s
als  seiner  Nachfolger  viel  rascher  und  sicherer  von  'Statten
gehen,  ja  wir  werden  uns,  so  weit  wir  auf  neuere  Leistungen
zu  sprechen  kommen,  leicht  jeder  Kritik  enthalten  können,  da
der  Vergleich  sich  dem  Leser  von  selbst  aufdrängen  wird.
Berkeley  selbst  hat  uns,  wie  wir  sahen,  den  Gesichtspunkt ­
  gegeben,  unter  dem  sowohl  die  Berechtigung  seiner
            
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