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M e i n o n g.
winkligen Dreiecks ist, dessen Seiten von einer bestimmten
Länge sind, ich nichtsdestoweniger gewiss sein kann, derselbe
Beweis linde Anwendung auf alle anderen geradlinigen Dreiecke,
von welcher Form und Grösse dieselben immer sein
mögen, und zwar darum, weil weder der rechte Winkel, noch
die Gleichheit zweier Seiten, noch auch die bestimmte Länge
der Seiten irgendwo bei der Beweisführung in Betracht
gezogen worden sind'. Uebrigens liegt auch in diesen
Worten nur, was schon die erst citirte Stelle enthält, nämlich:
dass es in unserer Macht liegt, die Aufmerksamkeit bei
der Betrachtung eines Individuums in solchem Maasse aut
einige Merkmale desselben zu concentriren, dass wir in Folge
dessen von den übrigen Attributen absehen können. Wenn
sich das aber so verhält, dann ist auch ein grosser Theil von
Berkeley’s Polemik völlig gegenstandslos. Denn gehört die
Aufmerksamkeit auch zu jenen Thatsachen des geistigen Lebens,
für deren Erklärung die Psychologie noch am allerwenigsten
gethan hat, so kennen wir sie doch, Dank der inneren Erfahrung,
gut genug, dass die Frage nach der Abstraction
wenigstens als gelöst zu betrachten ist, sobald sich diese, wie
dem Verfasser kaum zweifelhaft sein kann, auf die Phänomene
der Aufmerksamkeit und der Ideenassociation zurückführen lässt.
Die letzten Erörterungen haben uns von Berkeley’s negativen
Aufstellungen über Abstraction zu dessen positiven über
Verallgemeinerung, von der Frage nach dem Inhalt zur Frage
nach dem Umfang der Begriffe, sowie dem Verhältniss von
Inhalt und Umfang zu einander geführt, einem Thema, über
das auch in der neueren Logik und Psychologie vielfach noch
ziemliche Unklarheit herrscht. Es empfiehlt sich daher wohl,
ehe wir in der Prüfung Berkeley’s fortfahren, erst selbst ein
wenig nach Klarheit zu suchen. Haben wir diese einmal gewonnen,
dann wird auch die Beurtheilung sowohl Berkeley’s
als seiner Nachfolger viel rascher und sicherer von 'Statten
gehen, ja wir werden uns, so weit wir auf neuere Leistungen
zu sprechen kommen, leicht jeder Kritik enthalten können, da
der Vergleich sich dem Leser von selbst aufdrängen wird.
Berkeley selbst hat uns, wie wir sahen, den Gesichtspunkt
gegeben, unter dem sowohl die Berechtigung seiner