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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 87. Band, (Jahrgang 1877)

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M  e  i  n  o  n  g.

den  eine  oder  mehrere  Vorstellungen  aus  einem  grösseren  Vorstellungscoinplexe
  ausgeschieden  oder  doch  hervorgehoben
werden;  ehe  also  ein  solcher  vorhanden  ist,  kann  von  keiner
Abstraction  die  Rede  sein.  Wird  daher  auch,  was  gewiss  nicht
selbstverständlich  ist,  eingeräumt,  dass  die  Ursachen.mehrerer
Vorstellungen  einer  Substanz  anhaften,  so  sind  dann  zwar
Complexe  realer  Qualitäten  gegeben,  nicht  aber  Vorstellungscomplexe,
  von  denen  allein  erst  abstraliirt  werden  könnte.
Dass  hingegen  ein  solcher  Einwand  bei  den  von  Berkeley
berührten  Fällen  nicht  angebracht  werden  kann,  leuchtet  auf
den  ersten  Blick  ein;  denn  sind  Vorstellungen  auch  abgesondert,
von  einander  percipirt  worden,  so  können  sie  doch  durch  Association ­
  eng  genug  an  einander  geknüpft  sein,  um  zur  Loslösung
eines  besonderen  psychischen  Actes  zu  bedürfen.
Von  einer  Beschränkung  des  Wortes  Abstraction  wird
also  besser  Umgang  genommen  werden;  darum  ist  indessen
Berkeley’s  Unterscheidung  an  sicli  durchaus  nicht  werthlos.
Unabhängig  percipirbare  Vorstellungselemente  (vor  Allem
kommen  hier  solche  in  Betracht,  welche  gleich  denen  im
obigen  Beispiele  dem  Gebiete  verschiedener  Sinne  angehören)
haften  in  der  That  weit  weniger  fest  an  einander,  als  solche,
die  stets  nur  zusammen  wahrgenommen  werden  können;  darum
gelingt  dort  in  der  Regel  die  Abstraction  in  weit  vollkommenerem ­
  Maasse  als  hier.  Ich  kann  mir  ganz  gut  ein  Stück
Steinsalz  vorstellen  und  dabei  von  dessen  Geschmack  völlig
absehen,  während  es  mir  unmöglich  wäre,  ein  solches  Mineral
ohne  jede  Farbe  zu  denken.
Auf  ganz  ein  anderes  Gebiet  gehörig  und  völlig  unzutreffend ­
  ist  jedoch  Berkeley’s  Beispiel  vom  Kopf  und  Leib
des  Menschen;  denn,  wenn  er  damit  auch  die  Fähigkeit,  physische ­
  Theile  von  einander  zu  sondern,  durch  die  Bedingung
selbstständiger  Existenz  oder  eben  solcher  Wahrnehmbarkeit
einzuschränken  sucht,  gibt  er  unausweichlich  unhaltbaren  Consequcnzen
  Raum,  die  sofort  zu  Tage  treten,  sobald  man  versucht, ­
  diesen  Grundsatz  bei  dem  wichtigsten  unserer  Sinne,
dem  Gesicht,  zur  Anwendung  zu  bringen.  Percipiren  wir  einen
Gegenstand  durch  directes  Sehen,  was  auf  einen  Blick  geschehen ­
  kann,  wenn  er  klein  oder  fern,  mittelst  Augenbewegung ­
  dagegen,  wenn  er  gross  oder  nah  ist,  so  müssen  wir
            
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