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M e i n o n g.
den eine oder mehrere Vorstellungen aus einem grösseren Vorstellungscoinplexe
ausgeschieden oder doch hervorgehoben
werden; ehe also ein solcher vorhanden ist, kann von keiner
Abstraction die Rede sein. Wird daher auch, was gewiss nicht
selbstverständlich ist, eingeräumt, dass die Ursachen.mehrerer
Vorstellungen einer Substanz anhaften, so sind dann zwar
Complexe realer Qualitäten gegeben, nicht aber Vorstellungscomplexe,
von denen allein erst abstraliirt werden könnte.
Dass hingegen ein solcher Einwand bei den von Berkeley
berührten Fällen nicht angebracht werden kann, leuchtet auf
den ersten Blick ein; denn sind Vorstellungen auch abgesondert,
von einander percipirt worden, so können sie doch durch Association
eng genug an einander geknüpft sein, um zur Loslösung
eines besonderen psychischen Actes zu bedürfen.
Von einer Beschränkung des Wortes Abstraction wird
also besser Umgang genommen werden; darum ist indessen
Berkeley’s Unterscheidung an sicli durchaus nicht werthlos.
Unabhängig percipirbare Vorstellungselemente (vor Allem
kommen hier solche in Betracht, welche gleich denen im
obigen Beispiele dem Gebiete verschiedener Sinne angehören)
haften in der That weit weniger fest an einander, als solche,
die stets nur zusammen wahrgenommen werden können; darum
gelingt dort in der Regel die Abstraction in weit vollkommenerem
Maasse als hier. Ich kann mir ganz gut ein Stück
Steinsalz vorstellen und dabei von dessen Geschmack völlig
absehen, während es mir unmöglich wäre, ein solches Mineral
ohne jede Farbe zu denken.
Auf ganz ein anderes Gebiet gehörig und völlig unzutreffend
ist jedoch Berkeley’s Beispiel vom Kopf und Leib
des Menschen; denn, wenn er damit auch die Fähigkeit, physische
Theile von einander zu sondern, durch die Bedingung
selbstständiger Existenz oder eben solcher Wahrnehmbarkeit
einzuschränken sucht, gibt er unausweichlich unhaltbaren Consequcnzen
Raum, die sofort zu Tage treten, sobald man versucht,
diesen Grundsatz bei dem wichtigsten unserer Sinne,
dem Gesicht, zur Anwendung zu bringen. Percipiren wir einen
Gegenstand durch directes Sehen, was auf einen Blick geschehen
kann, wenn er klein oder fern, mittelst Augenbewegung
dagegen, wenn er gross oder nah ist, so müssen wir