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M ei n o n g.
bei der vorliegenden erkenntnisstheoretischen Frage natürlich
nicht eingehender die Rede sein, um so mehr aber von den
allgemeinen Namen und allgemeinen Begriffen.
Gibt es also auch keine abstracte allgemeine Idee, so
können allgemeine Ideen doch auf anderem Wege entstehen.
Eine particuläre Idee wird dadurch allgemein, ,dass sie dazu
verwendet wird, alle anderen Einzelvorstellungen derselben Art
zu repräsentiren oder statt derselben aufzutreten 1 . 1 Die Ideen
verdanken daher ihre Allgemeinheit dem, was sie bezeichnen,
man betrachtet sie darum auch ,viel mehr nach ihrem relativen
Werthe, insofern sie für andere substituirt sind, als nach ihrer
eigenen Natur oder um ihrer selbst willen'. 2 Wie freilich
diese Substitution, wie jene Repräsentation zu denken sei, darüber
finden wir bei Berkeley keinerlei Aufschluss.
Mit dieser Theorie von den allgemeinen Begriffen möchte
es nun ganz wohl verträglich erscheinen, bezüglich der allgemeinen
Worte an Locke’s Behauptung' festzuhalten: ,Worte
werden dadurch allgemein, dass sie zu Zeichen allgemeiner
Ideen gemacht werden/ 3 aber Berkeley widerspricht dieser
Ansicht. Nach ihm wird ein Wort allgemein, indem es als
Zeichen gebraucht wird für alle particulären Ideen, welche
vermöge ihrer Aehnlichkeit zu derselben Art gehören und deren
jede es besonders im Geiste anregt;- 1 es ist, wie man sieht, so
ziemlich derselbe Vorgang wie bei der Bildung der allgemeinen
Ideen. ,Ebenso, wie die einzelne Linie dadurch, dass sie als
Zeichen dient, allgemein wird, so ist der Name Linie, der an
sich particulär ist, dadurch, dass er als Zeichen dient, allgemein
geworden. Und wie die Allgemeinheit jener Idee nicht darauf
beruht, dass sie ein Zeichen für eine abstracte oder allgemeine
Linie wäre, sondern darauf, dass sie ein Zeichen für alle einzelnen
geraden Linien ist, die existiren können, so muss auch
angenommen werden, dass das Wort Linie seine Allgemeinheit
von derselben Ursache herleite, nämlich von dem Umstande, dass
es verschiedene einzelne Linien unterschiedlos bezeichnet/ 5
1 ibid. seet. 12.
2 Min. phil. I. c.
3 Essay book III chapt. III sect. 6.
4 Treat. intr. sect. 11 und 18, Min. phil. 1. c.
6 Treat. intr. sect. 12.