Centralasiatische Studien. I.
181
und so der Schauplatz erneuter Insurrection wurden. Alexander
musste in aller Eile von Samarkand aufbrechen und die wichtigen
Positionen von Xenippa und Nautaka, d. i. von Karsi und
Sahr-i-sabz, wiederzugewinnen trachten. Für den erstgenannten
Canton, der als gut angebaut und dicht bevölkert geschildert
wird, passt die Lage des heutigen oasenreichen Gebietes von
Karsi ausnehmend; sogar den Lauten nach sind wir versucht,
zwischen 2svwc*a und Nakhsap einen Zusammenhang anzunehmen;
es ist sehr leicht möglich, dass die griechischen Eroberer den
ihnen fremd klingenden iranischen Namen ihrem Idiome möglichst
anbequemt haben, wie denn Silbenumstellungen und
Consonantenversetzungen bei Wiedergabe orientalischer Ortsnamen
nicht selten eine Rolle spielen. Nakhsap dürfen wir
wohl aus iranischem Sprachgut deuten, sei es dass wir das
neupers. nakhsab ,leuchtend, hell scheinend (vom Vollmond)'
zu Grunde legen, oder dass wir nakhs-ap mit Rücksicht
auf die Nebenform nas-af als den mit einem todten oder langsam
fliessenden Wasser behafteten Ort (vgl. baktr. nacju vsxpö?)
deuten. Hevncmx selbst wird dann nicht mehr erwähnt, wir
müssten denn zu einer Conjectur Zuflucht nehmen und den von
Ptolemaeus im Flussgebiete des Zariaspes angeführten Ort
Msvonria in Sevoncta verändern und nach Sogdiana verlegen wollen;
dergleichen Transpositionen dürfen wir bei Ptolemaeus, dessen
Abriss von Nord-Iran zu den confusesten Partien der Erdkarte
gehört, ohne Bedenken annehmen.
Das von Curtius genannte Nautaka, toc Natixaxa, spielt in
den Kriegen Alexander’s eine wichtige Rolle. Als Bessos die
Satrapie Baktra, die ihm keinen festen Stützpunkt mehr zu
bieten schied, da Drapsaka (Kunduz), Aornos (baktr. Varena)
und die Metropole Zariaspa oder Baktra in die Hände des
raschen Eroberers gefallen waren, verlassen hatte und die
Richtung nach Marakanda über das eiserne Thor einschlug, um
in Sogdiana den Krieg fortzuführen und für sich, wenn möglich,
eine Herrschaft zu gründen, hielt er zuerst Rast in Nautaka;
vgl. Arr. III 28, 9: Bij<jao? st? Naüwaa xij? So/Star?)? /wpa? ome-/wpst.
Das nachrückende makedonische Heer nahm einen anderen
Weg: es durchzog die wasserarmen brennenden Sandsteppen
auf dem rechten Oxusufer und schlug, indem es den
von Hochsogdiana in’s Flachland nach Südwest verlaufenden