Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 87. Band, (Jahrgang 1877)

Centralasiatisclie  Studien.  I.

167

sont  appeles  Ce-kie'i.  Ce-kiei,  en  langue  du  royaume  du  rnilieu,
signifie  guerrier'.  Es  ist  dann  weiter  die  Rede  von  Gesandtschaften ­
  und  Tributleistungen  an  den  sinischen  Hof,  namentlich
zu  jener  Zeit,  wo  nach  Unterjochung  der  westlichen  Türken
Sogdiana  in  ein  sinisches  Gouvernement  (Khang-kiü  tu-tu-fu)
umgewandelt  wurde;  von  dem  damaligen  Fürsten  in  ’An  heisst
es,  dass  dessen  Familie  bereits  zweiundzwanzig  Generationen
sich  im  Besitze  der  Herrschaft  befinde.  Handelsleute  aus  allen
Ländern  kamen  hier  zusammen.  In  der  That  findet  sich  Pu-ho
oder  Pu-huo  als  Station  auf  der  mittleren  Route  jener  drei
Handelsstrassen  genannt,  welche  der  sinische  General  Pei-kiü
in  seiner  ,Geschichte  und  geographisch-statistischen  Beschreibung
der  Westländer'  (um  607  n.  Chr.)  nach  Erkundigungen  aus
dem  Munde  der  Kaufleute  statuiert  hat;  diese  mittlere  Route
führte  durch  das  Ui'gurenland  Kao-cang,  über  Su-le  (Kasgar)
und  einen  Pass  des  Tsong-ling,  dann  weiter  über  Fo-lian
(Farghäna)  Khang  und  Ho,  endlich  durch  Gross-  und  Klein-’An
  nach  dem  Königreiche  Mu  (Marw)  und  so  nach  Po-sse
(Parga);  sie  fällt  zusammen  mit  der  alten  Handelsstrasse  nach
Serike.  Was  nun  den  Namen  Pu-no  betrifft,  so  ist  er  offenbar
auf  den  Lautcomplex  Bukhär  (collect.  Plur.  Bukhärä,  Bukhäräi)
zurückzuführen;  diese  Bezeichnung  der  Hauptstadt  ist  jedoch
nicht  die  älteste,  sondern  datirt  aus  der  haitalischen  Epoche,
in  welcher  der  Buddhacultus  der  herrschende  war.  Denn  es
wird  ausdrücklich  berichtet  (Niqbi  ben  Massud,  bei  Silvestre
de  Sacy,  Notices  et  Extraits  des  Manuscrits,  II  p.  384):  ,Bukhärä
antiquioribus  temporibus  vocata  est  (Nü)meg-kath;  et  bukhär
lingua  idololatrorum  Catayae  et  Uighuriae  significat  templum
idolorunfl;  und  in  der  That  finden  wir  auch  im  Mongolischen,
das  die  buddhistische  Terminologie  am  getreuesten  bewahrt
hat,  die  an  bukhär  sich  anschliessende  Form  bu^ar  kiyit  =
skr.  vihära  caitya  ,cella  eremitica';  das  sin.  pu-ho  ist  also  eine
Variante  für  pi-ho-lo,  skr.  vihära  ,locus  secretus,  claustrum
s.  templum  buddhisticum'.  Die  Hayätila  haben  somit  dem
indischen  Worte  vihära  dieselbe  Form  gegeben,  wie  später  die
Uighuren  und  Mongolen,  während  sonst  dafür  auf  iranischem
Boden  die  Form  belnir  einzutreten  pflegt;  vgl.  Nau-behär,
der  Klostersitz  des  buddhistischen  Hohenpriestergeschlechtes
der  Barmakiden  in  Balkh  (Yäqüt  s.  v.),  ferner  Sä-behär
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.