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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 87. Band, (Jahrgang 1877)

Demosthenische  Studien.

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Seinen  Namen  hat  demnach  Philochoros  in  keinem  Psephisma
lesen  können.  Nur  aber,  wenn  Demosthenes  als  Antragsteller
die  einzelnen  Hilfssendungen  veranlasst  und  dies  Philochoros
urkundlich  bezeugt  vorlag,  konnte  er  mit  einiger  Wahrscheinlichkeit ­
  die  erhaltenen  drei  Reden  mit  den  drei  Hilfssendungen
in  ursächliche  Verbindung  bringen.  Hätte  er  aber  eine  derartige
Vermutliung  ausgesprochen,  so  würde  Dionysius  sie  anzuführen
nicht  unterlassen  haben.  Philochoros  bezeugte  also  nur  die
drei  Hilfssendungen,  alles  andere  ist  Conjectur  des  Dionysius,
eine  Conjectur,  die  auf  nichts  als  auf  dem  rein  äusserlichen
und  zufälligen  Umstand  der  übereinstimmenden  Zahl  der  Reden
und  Expeditionen  zu  fussen  scheint.
Gleichwohl  halten  vorsichtige  Forscher  die  Meinung  des
Dionysius  wenigstens  theilweise  für  richtig  und  lassen,  wenn
sie  auch  einen  Causalzusammenhang  zwischen  den  Reden  und
den  Expeditionen  bündig  in  Abrede  stellen,  1  nach  je  einer

den  Anschein  als  sei  diese  Rede  von  einem  förmlichen  Antrag  begleitet
gewesen:  der  ertheilte  Rath  ist  wenig  ausgeführt  und  sehr  kurz  in  seinen
Einzelheiten  begründet,  und  was  Demosthenes  über  die  Geldmittel  sagt,  ist
nichts  als  Hinweisung  auf  die  Schwierigkeit,  die  in  der  Verwendung  der
Uebersehüsse  zu  Schaugeldern  lag,  während  er  die  Stellung  eines  Antrages
darüber  ausdrücklich  ablohnt.  Die  Absicht  der  Rede  ist  also  wesentlich,
das  Volk  im  Allgemeinen  anzuspornen  und  zu  energischem  Handeln,  vor
Allem  auch  zu  persönlichem  Kriegsdienst  willig  zu  machen 1 ,  während  ich,
was  diese  Rede  betrifft,  in  den  §  16  über  die  Modalität  der  Rüstung  und
Kriegsführung  gegebenen  Rathschlägen  Anträge  erkenne,  über  die  freilich
nicht  in  dieser  Versammlung,  auf  deren  Tagesordnung  weder  die  Ausführungsfrage ­
  noch  die  Geldbeschaffung  stand,  abgestimmt  werden  sollte.
Auch  glaube  ich  nicht,  dass  er  §  2  es  ,vorläufig  als  seine  Meinung  hinsteile,
  dass  man  die  von  den  Olynthiern  erbetene  Hilfe  baldigst  schicken
und  eine  Gesandtschaft  abordnen  solle 1  (S.  209),  sondern  dort  schliesst  er
sich  einem  von  anderer  Seite,  wie  ich  vermuthe  vom  Rath  gestellten
Antrag  an,  worauf  schon  der  Wortlaut  führt  ^rjiplaauOai  [xkv  rjSr)  rrjv
ß  o  ij  0  s  i«  v.
1  So  bemerkt  richtig  A.  Scliaefer  II  151:  ,Aber  selbst  wenn  bezeugt  wäre,
dass  die  Athener  auf  die  Reden  des  Demosthenes  und  gemäss  seinen
Anträgen  die  zur  Ausführung  gebrachten  Beschlüsse  fassten,  so  müssten
wir  erklären,  dass  nicht  die  erhaltenen  Reden,  sondern  andere,  welche
nicht  herausgegeben  wurden,  diese  Wirkung  gehabt  hätten;  denn  mit  Ausnahme ­
  der  letzten  Sendung  steht  die  Art  der  Rüstung  durchaus  in  Widersprach ­
  mit  dem  Willen  des  Demosthenes,  wie  die  drei  olynthischen  Reden
ihn  kundgeben 1 .
            
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