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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 87. Band, (Jahrgang 1877)

Centralasiatisclio  Studien.  I.

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Generals  Caug-kian  nach  Kliang-kiü  (122  v.  Chr.)  in  Folge
der  feindlichen  Haltung  der  Hiung-nu,  sowie  die  Expedition
des  Generals  Kan-’ing  (97  v.  Chr.)  nach  den  Gestaden  des
kaspischen  Meeres  in  Folge  der  Passageschwierigkeiten;  aber
immerhin  wurden  Handelsbeziehungen  angeknüpft  und  lange
Zeit  unterhalten.  Die  politischen  Verhältnisse  des  Orients  gaben
schon  dem  weitsichtigen  Minister  des  Augustus,  Maecenas,  zu
denken  (Horat.  od.  1,  12  ,tu  urbi  sollicitus  times,  quid  Seres
et  regnata  Cyro  Bactra  parent  Tanaisque  discors');  schon  damals ­
  schickten  die  Indoskythen  und  die  Baktrer  Gesandte  nach
Rom  ,orando  foederi'.  Unter  Traianus  ist  die  Rede  nicht  nur
von  den  ,proceres  Parthorum',  sondern  auch  von  den  ,duces
Serum'  (Martial.  XII  8).  Unter  Hadrianus  schickten  die  ,reges
Bactranorum'  (Aet.  Spartianus  21  §  14),  d.  i.  die  Fürsten  der
Kusänen,  nochmals  Gesandtschaften  nach  Rom,  um  Bündniss  und
Freundschaft  zu  erbitten,  wahrscheinlich  um  sich  vor  der  Uebermacht
  der  Parther  zu  sichern;  sie  erlagen  jedoch  derselben,  und
Baktra  ist  gegen  das  Ende  der  Arsakidenepoche  förmlich  ein
Adnex  des  parthischen  Reiches,  wie  Sagistan,  Armenien  und  das
kaukasische  Albanien.  In  dem  Kampfe  des  armenischen  Fürsten
Khusraw  mit  dem  Begründer  der  Sassanidendynastie  Artaslr
(227—237  n.  Chr.)  steht  der  König  der  Kusanq  Veh-sagan  auf
Seiten  des  ersteren,  welcher  die  Rechte  der  gestürzten  Arsakiden
verficht.  Bemerkenswerth  in  diesen  politischen  Wirren  ist
die  ausdrücklich  bezeugte  Einmischung  des  Gen-bagur  oder
Himmelssohnes  von  Genastan  (Cma-bagaputhra,  arab.  syAxi  s
baghbür  faghfür),  der  damals  als  Vermittler  und  Friedensstifter
auftrat.  In  einem  freundlichen  Verhältniss  stand  der  sinische
Hof  namentlich  zu  Khusraw  Nüslrwän  (531—578),  an  dessen
,brüderliche  Majestät'  der  Faghfür  ein  Schreiben  gerichtet  haben
soll,  dessen  Eingang  Mas'üdl  (Les  prairies  d’or  II  p.  200)  überliefert ­
  hat.  Seitdem  der  hawaiische  Fürst  KarouXfOi;  sich  dem
Türken-khäqän  ’Aoxijv  (sin.  Sse-kin  Mo-kan  ko-han)  unterworfen
hatte  (um  565),  waren  die  Türken  das  herrschende  Volk  in
Centralasien  geworden;  die  letzten  Sassaniden  machten  ungeheure, ­
  aber  vergebliche  Anstrengungen,  sich  der  Türkenmacht
zu  erwehren.  Von  Tong  se-liu  ko-han  melden  die  Annalen  der
Thangdynastie,  dass  er  nicht  nur  Balkh,  das  Reich  der  Kusanen,
sondern  auch  Persien,  wo  Ku-so-ho  (Khusraw  Abarwiz)  herrschte,
            
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