Centralasiatische Studien. I.
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klian’s und Hulagu’s. Auch Gonzalez de Clavijo bedient sich
der Form Cimesquinte, und im Jahre 1328 wird ein christlicher
Bischof ,in civitate Semiscantensi' erwähnt. Was nun den zweiten
Bestandtheil betrifft, der sich sonst nirgend bei Ptolemaeus vorfindet
(denn Stoy.avBa in Hyrkanien ist offenbar baktr. qaokenta
,brennend'), so glauben wir nicht zu irren, wenn wir -/.ävoa
(kand, qand, kent) auf baktr. kanta ,gegraben' (von kan,
neupers. kandan ,graben') in der Bedeutung ,Graben, Canal'
oder ,Veste, ein mit Gräben und Mauern versehener Ort' zurückführen,
wie Uz-qand auf baktr. uq-kanta. Sicherlich ist dieses
in so vielen Ortsnamen des iranischen Dü-äbe vorkommende
Element nicht türkischen Ursprungs, wie noch Vullers (Lex.
Pers. 2, 894), freilich auf Grund arabischer und persischer
Notizen, anzunehmen geneigt ist; denn in allen diesen Ortsnamen
bietet die echte türkische Form statt -kand das Apellativelement
-kat, -kath, was im Türkischen ,IIaus, Heim, Zelt'
bedeutet.
Als zweite Bezeichnung für Samarkand und das Beich
Sogd kommt in Betracht der in den sinischen Annalen der
Dynastien Wei, Sui und Thang vorkommende Name Khang.
Schon die Annalen der IJandynastie kennen ein grosses Reich
des Westens, das sich zwischen den U-sün oder den Qazaq-Türken
und den Yuei-si bis nach Ta-wan und Ta-hia erstreckte,
unter dem Namen Khang-kiü (Klianggü), beschreiben es aber
in so allgemeinen und ungenauen Ausdrücken, dass die gewiegtesten
Sinologen im Zweifel darüber waren, ob damit Kipcak
oder etwa ein südlicheres Gebiet verstanden werden solle. Noch
Deguignes (1, 2 p. LXIX—LXXVII) hatte Khang und Khangkiü
nach Kipcak versetzt; dem aufmerksamen Auge Visdelou’s
war es jedoch nicht entgangen, dass im.Thang-su ausdrücklich
bemerkt wird, Khang werde auch Sa-mo-kian genannt. Wir
halten an dieser Identität fest und werfen die Frage auf, ob
Khang eine Bezeichnung barbarischen (hunnisch-haitalischen)
Ursprungs war oder eine altiranische, hieratische Bezeichnung,
die von den eingedrungenen Nomaden nachmals adoptirt wurde.
Allerdings wissen wir nichts über die Sprache jener Barbaren;
doch ist es uns gestattet, eine Verwandtschaft derselben mit den
späteren Türken anzunehmen, und somit wäre der Hinweis auf
uigur. käng (dim. kängäs, adv. kängrü) cag. kän ,weit, breit,