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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 87. Band, (Jahrgang 1877)

Centralasiatische  Studien.  I.

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klian’s  und  Hulagu’s.  Auch  Gonzalez  de  Clavijo  bedient  sich
der  Form  Cimesquinte,  und  im  Jahre  1328  wird  ein  christlicher
Bischof  ,in  civitate  Semiscantensi'  erwähnt.  Was  nun  den  zweiten
Bestandtheil  betrifft,  der  sich  sonst  nirgend  bei  Ptolemaeus  vorfindet ­
  (denn  Stoy.avBa  in  Hyrkanien  ist  offenbar  baktr.  qaokenta
,brennend'),  so  glauben  wir  nicht  zu  irren,  wenn  wir  -/.ävoa
(kand,  qand,  kent)  auf  baktr.  kanta  ,gegraben'  (von  kan,
neupers.  kandan  ,graben')  in  der  Bedeutung  ,Graben,  Canal'
oder  ,Veste,  ein  mit  Gräben  und  Mauern  versehener  Ort'  zurückführen, ­
  wie  Uz-qand  auf  baktr.  uq-kanta.  Sicherlich  ist  dieses
in  so  vielen  Ortsnamen  des  iranischen  Dü-äbe  vorkommende
Element  nicht  türkischen  Ursprungs,  wie  noch  Vullers  (Lex.
Pers.  2,  894),  freilich  auf  Grund  arabischer  und  persischer
Notizen,  anzunehmen  geneigt  ist;  denn  in  allen  diesen  Ortsnamen ­
  bietet  die  echte  türkische  Form  statt  -kand  das  Apellativelement
  -kat,  -kath,  was  im  Türkischen  ,IIaus,  Heim,  Zelt'
bedeutet.
Als  zweite  Bezeichnung  für  Samarkand  und  das  Beich
Sogd  kommt  in  Betracht  der  in  den  sinischen  Annalen  der
Dynastien  Wei,  Sui  und  Thang  vorkommende  Name  Khang.
Schon  die  Annalen  der  IJandynastie  kennen  ein  grosses  Reich
des  Westens,  das  sich  zwischen  den  U-sün  oder  den  Qazaq-Türken
  und  den  Yuei-si  bis  nach  Ta-wan  und  Ta-hia  erstreckte,
unter  dem  Namen  Khang-kiü  (Klianggü),  beschreiben  es  aber
in  so  allgemeinen  und  ungenauen  Ausdrücken,  dass  die  gewiegtesten ­
  Sinologen  im  Zweifel  darüber  waren,  ob  damit  Kipcak
oder  etwa  ein  südlicheres  Gebiet  verstanden  werden  solle.  Noch
Deguignes  (1,  2  p.  LXIX—LXXVII)  hatte  Khang  und  Khangkiü
  nach  Kipcak  versetzt;  dem  aufmerksamen  Auge  Visdelou’s
war  es  jedoch  nicht  entgangen,  dass  im.Thang-su  ausdrücklich
bemerkt  wird,  Khang  werde  auch  Sa-mo-kian  genannt.  Wir
halten  an  dieser  Identität  fest  und  werfen  die  Frage  auf,  ob
Khang  eine  Bezeichnung  barbarischen  (hunnisch-haitalischen)
Ursprungs  war  oder  eine  altiranische,  hieratische  Bezeichnung,
die  von  den  eingedrungenen  Nomaden  nachmals  adoptirt  wurde.
Allerdings  wissen  wir  nichts  über  die  Sprache  jener  Barbaren;
doch  ist  es  uns  gestattet,  eine  Verwandtschaft  derselben  mit  den
späteren  Türken  anzunehmen,  und  somit  wäre  der  Hinweis  auf
uigur.  käng  (dim.  kängäs,  adv.  kängrü)  cag.  kän  ,weit,  breit,
            
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