Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 87. Band, (Jahrgang 1877)

Centralasiatische  Studien.  I.

131

Ebene  Kän-I-gül  (,mine  des  roses')  und  die  Wiese  von  Khanyurti
  (,1a  demeure  du  khan').  In  der  Nähe  des  südöstlichen
oder  ,eisernen'  Thores  befindet  sich  die  Grabstätte  des  Glaubensboten ­
  Qäsim  ben-Abbas,  mazär-I-säb  (,le  monument  funeraire
du  roi').  Südlich  von  der  Stadt  beginnt  das  Gebirge  Aghallyktagh,
  an  dessen  Fuss  ein  Weg  nach  Westen  (gegen  Kattahqürghän)
  führt.  —  Arrianos  sagt  von  Marakanda  (III  30,  6):
~c/.  S£  am  ßaut'Xeia  vqc  SoySiavfito  /wpa?.  Er  kennt  aber  noch  einen
zweiten  Herrschersitz  dort,  wo  Ptolemaeus  Tpfßoxcpa  anführt
(d.  i.  entweder  Baikand  oder  Bokhärä),  und  spricht  im  Allgemeinen ­
  von  mehreren  epup.ai:«  tuv  2oyStavtov  im  Bereich  des
Polytimetos  (IV  15,  7;  16,  3);  es  ist  nicht  unmöglich,  dass  der
Sitz  der  Herrschaft  zu  verschiedenen  Zeiten  gewechselt  hat.
Die  Annalen  der  Han  geben  als  Residenz  von  Khang-kiü  an
die  Stadt  Pi-thian  im  Bezirke  Lo-yuei-ni;  die  Annalen  der
Sui  den  Ort  A-lu-ti  an  dem  Flusse  Sa-pao  —  Localitäten,  die
sich  jetzt  nicht  mehr  bestimmen  lassen.  Das  Awesta  nennt
Gäu  oder  Gava  die  Wohnung  von  Sughdha;  wir  werden  weiter
unten  nachzuweisen  versuchen,  dass  darunter  die  Gapitale  des
Reiches  Iloa  oder  KüiänI-kath,  das  spätere  Ribat-T-Soghd  oder
das  heutige  Kattah-qurghän,  verstanden  werden  müsse  oder
dürfe.  Auch  sonst  finden  wir  ausser  Samarqand  den  Ort
Astikhan,  ausser  Bokhärä  den  Ort  Baikand  als.  Residenz  angeführt. ­

Von  den  classischen  Autoren  wird  Marakanda  höchst  selten
erwähnt;  Ptolemaeus  verlegt  es  in  merkwürdiger  Confusion  nach
Baktriana  an  den  Nordabhang  des  Paropanisos;  Plinius  führt
es  an  richtiger  Stelle  an,  doch  ist  die  Leseart  der  Handschriften
verstümmelt:  denn  (VI  §  49)  statt  oppidum  Panda  muss  es  offenbar ­
  heissen  oppidum  [MaraJcANDA.  Es  fällt  somit  Wilson’s
(Asiat.  Research.  XV  p.  12,  95)  und  Lassen’s  (Ind.  Alterth.
2.  A.  I  p.  800)  Anknüpfung  der  indischen  Pändava’s  an  Sogdiana
in  Nichts  zusammen.  Nach  den  übereinstimmenden  Sagen  der
Orientalen  soll  die  Stadt  al-Iskandar  erbaut  haben,  —  er,  welcher
den  geschichtlichen  Zeugnissen  zufolge  Sogdiana  gräulich  verwüstet, ­
  Marakanda  mehrmal  eingenommen  und  nach  Strabo
(XI  p.  517)  sogar  der  Zerstörung  preisgegeben  hat.  Wenn  die
Stadt  und  das  Land  die  alte  Blüthe  wieder  erreicht  hat,  so
geschah  dies  erst  nach  Bewältigung  der  Aufstände  mit  Hilfe
9*
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.